Nach einer Zahnentfernung sollten die Schmerzen mit den Tagen nachlassen. Bei manchen Patientinnen und Patienten setzen die Schmerzen jedoch nach anfänglicher Besserung einige Tage später erneut und stärker ein. Eine der häufigsten Ursachen dafür ist die trockene Alveole, medizinisch Alveolitis. Obwohl sie sehr schmerzhaft sein kann, verschafft eine geeignete Behandlung meist rasch Erleichterung, und mit einigen Vorkehrungen lässt sich das Risiko senken. Wer weiß, was eine trockene Alveole ist, woran man sie erkennt und wie man vorbeugt, geht bewusster durch die Zeit nach der Extraktion. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul geben wir Ihnen dazu einen klaren Leitfaden.
Was ist eine trockene Alveole?
Nach dem Ziehen eines Zahns bildet sich in der Wunde ein Blutgerinnsel. Es schützt den darunterliegenden Knochen und die Nervenenden und ist für den Beginn der Heilung nötig. Bei der trockenen Alveole löst sich dieses Gerinnsel früh auf, wird herausgespült oder bildet sich gar nicht erst – der Knochen liegt frei, und es entsteht ein schmerzhafter Zustand. Das ist etwas anderes als eine Infektion; Speisereste und Bakterien in der Wunde können die Schmerzen aber verstärken.
Anzeichen
- Verzögerte starke Schmerzen: pochende Schmerzen, die meist zwei bis vier Tage nach der Extraktion beginnen oder zunehmen.
- Ausstrahlende Schmerzen: Die Schmerzen strahlen in Ohr, Schläfe, Auge oder Hals aus.
- Leer wirkende Wunde: In der Alveole ist statt eines Gerinnsels eine Lücke oder weißliche Knochenoberfläche zu sehen.
- Schlechter Geruch und Geschmack: unangenehmer Geruch und Geschmack im Mund.
- Begrenzte Wirkung von Schmerzmitteln: Übliche Schmerzmittel bringen nicht genug Erleichterung.
Eine deutliche Gesichtsschwellung und hohes Fieber sind bei einer trockenen Alveole meist nicht zu erwarten. Bestehen diese Anzeichen, muss eine Infektion abgeklärt werden.
Wer ist häufiger betroffen?
- Raucherinnen und Raucher: einer der wichtigsten Risikofaktoren; Saugbewegung und chemische Wirkungen können das Gerinnsel stören.
- Extraktionen unterer Backenzähne: besonders häufig nach der operativen Entfernung verlagerter Weisheitszähne.
- Schwierige und traumatische Extraktionen: Lange chirurgische Eingriffe können das Risiko erhöhen.
- Einnahme hormoneller Verhütungsmittel: In einigen Studien wurde ein erhöhtes Risiko berichtet.
- Frühere trockene Alveole: Wer sie schon einmal hatte, hat möglicherweise ein höheres Wiederholungsrisiko.
- Unzureichende Mundhygiene und Infektion im Bereich: Eine Entzündung vor der Extraktion kann das Risiko erhöhen.
- Nichtbeachtung der Empfehlungen: kräftiges Spülen, Strohhalm und Ausspucken.
Wie wird eine trockene Alveole behandelt?
Bei Verdacht auf eine trockene Alveole sollten Sie die Klinik aufsuchen. Die Behandlung ist meist einfach und wirksam:
- Reinigung: Die Alveole wird behutsam von Speiseresten befreit und mit einer antiseptischen Lösung gespült.
- Beruhigende Einlage: Eine schmerzlindernde, schützende Wundeinlage kann in die Alveole eingebracht werden.
- Schmerzbehandlung: Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt empfiehlt geeignete Schmerzmittel.
- Kontrollen: Die Einlage wird bei Bedarf nach einigen Tagen erneuert.
- Pflege zu Hause: Es kann gezeigt werden, wie Sie den Bereich mit lauwarmem Salzwasser oder einer empfohlenen Lösung sanft reinigen.
Nach der Behandlung lassen die Schmerzen meist rasch deutlich nach. Die Heilung schreitet voran, während sich die Alveole mit neuem Gewebe füllt.
Wie kann man vorbeugen?
Vor der Extraktion
- Mit dem Rauchen aufhören oder pausieren: vor und nach der Extraktion möglichst lange nicht rauchen.
- Gesundheitsinformationen teilen: Nennen Sie Ihre Medikamente und eine frühere trockene Alveole.
- Mundhygiene: Eine Mundreinigung vor der Extraktion und gegebenenfalls eine zahnärztlich empfohlene antiseptische Spülung können das Risiko senken.
Nach der Extraktion
- In den ersten 24 Stunden nicht spülen und nicht ausspucken: hilft, das Gerinnsel an Ort und Stelle zu halten.
- Keinen Strohhalm benutzen: Der Sog kann das Gerinnsel herauslösen.
- Nicht rauchen: besonders in den ersten Tagen unbedingt vermeiden.
- Harte und krümelige Speisen meiden: verhindert, dass sich Speisereste in der Wunde sammeln und das Gerinnsel beschädigt wird.
- Die Wunde nicht berühren: Betasten Sie die Alveole nicht mit Zunge oder Finger.
- Empfohlene Mundpflege durchführen: ab dem zweiten Tag sanft reinigen wie zahnärztlich empfohlen.
Wie lange dauert die Heilung?
Nach Behandlungsbeginn lassen die Schmerzen meist innerhalb weniger Tage deutlich nach. Bis sich die Alveole vollständig mit neuem Gewebe gefüllt hat, kann es etwas länger dauern als bei einer normalen Extraktion. Befolgen Sie in dieser Zeit die empfohlenen Reinigungs- und Kontrolltermine, damit die Heilung regelmäßig voranschreitet.
Der Unterschied zwischen trockener Alveole und Infektion
Bei der trockenen Alveole stehen Schmerzen im Vordergrund; deutliche Schwellung, hohes Fieber oder Eiteraustritt fehlen meist. Bei einer Infektion sind zunehmende Schwellung, Rötung, Fieber und Eiter dagegen ausgeprägter. In beiden Fällen sollten Sie die Klinik aufsuchen; die sichere Unterscheidung erfolgt durch die Untersuchung.
Keine Sorge – kommen Sie vorbei
Eine trockene Alveole kann sehr unangenehm sein, heilt mit geeigneter Behandlung aber in der Regel ohne bleibende Folgen ab. Nehmen Ihre Schmerzen nach der Extraktion zu statt ab, können Sie sich jederzeit bei DijiDent melden, ohne den Kontrolltermin abzuwarten.
Häufig gestellte Fragen
Es ist ein schmerzhafter Zustand, der entsteht, wenn der Knochen freiliegt, weil das Blutgerinnsel im Zahnfach zu früh verloren geht.
Sie macht sich meist durch zunehmende Schmerzen zwei bis vier Tage nach der Extraktion bemerkbar.
Sie kann mit der Zeit abheilen; eine Behandlung lindert die Schmerzen jedoch deutlich und unterstützt die Heilung. Es wird empfohlen, sich an die Klinik zu wenden.
Ja, Rauchen ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für eine trockene Alveole.
Sie ist nicht direkt eine Infektion; Bakterien können die Schmerzen jedoch verstärken. Bei Fieber und deutlicher Schwellung wird eine Infektion abgeklärt.
Warten Sie bei zunehmenden Schmerzen nach dem Zahnziehen nicht ab.
Wenn Ihre Schmerzen nach dem Zahnziehen zunehmen statt abzunehmen, kontaktieren Sie uns. Lassen Sie Ihren Zustand in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik rasch beurteilen und sich Linderung verschaffen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung. Medikamente sollten nur auf zahnärztliche Empfehlung eingenommen werden.


