Menschen mit Geräuschen, Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen im Kiefergelenk fragen häufig: Verschwinden meine Beschwerden, wenn ich meine Zähne richten lasse? Diese Frage verdient eine ehrliche Antwort. Die Beziehung zwischen Kiefergelenk und Kieferorthopädie wird in der Zahnmedizin seit Langem diskutiert, und es gibt keine einfache Antwort. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul vermeiden wir übertriebene Versprechen und teilen das bekannte Wissen so, wie es ist.
Wie funktioniert das Kiefergelenk?
Das Kiefergelenk liegt vor dem Ohr und verbindet den Unterkiefer mit dem Schädel. Es öffnet und schließt sich wie ein Scharnier und kann zudem nach vorn und zur Seite gleiten. Zwischen den Gelenkflächen liegt ein Diskus, der als Polster dient. Umgeben ist es von der Kaumuskulatur, die täglich tausendfach arbeitet.
Dieser komplexe Aufbau erklärt, warum sich Beschwerden nicht auf eine einzige Ursache zurückführen lassen. Muskulär, diskusbedingt und durch die Gelenkflächen bedingte Probleme ergeben unterschiedliche Bilder.
Welche Beschwerden gibt es?
- Knacken oder Reiben beim Öffnen oder Schließen des Mundes
- Schmerzen oder Empfindlichkeit vor dem Ohr
- Müde Kaumuskeln am Morgen
- Eingeschränkte Mundöffnung oder Gefühl einer Kiefersperre
- Druck an den Schläfen und Kopfschmerzen
- Ermüdung beim Kauen
Häufige Ursachen
Hinter diesen Beschwerden können mehrere Faktoren stehen: Zähnepressen und -knirschen, Stress und Muskelverspannungen, frühere Verletzungen, Besonderheiten der Gelenkstruktur, Bissverhältnisse und manche systemischen Gelenkerkrankungen. Diese Faktoren wirken meist nicht allein, sondern gemeinsam.
Verursachen Bissfehlstellungen Beschwerden?
Hier muss man vorsichtig formulieren. Früher galten Bissfehlstellungen als Hauptursache von Kiefergelenkbeschwerden. Heute wird anerkannt, dass der Zusammenhang nicht so direkt ist wie angenommen. Viele Menschen mit deutlicher Bissfehlstellung haben gar keine Beschwerden, während bei Menschen mit scheinbar korrektem Biss starke Beschwerden auftreten können.
Das heißt nicht, dass der Biss keine Rolle spielt. Insbesondere ein einseitiger Kreuzbiss, eine deutliche Abweichung beim Schließen oder ein ausgeprägter Tiefbiss können die Belastung des Gelenks asymmetrisch machen. Sie als alleinige Ursache zu bezeichnen, ist jedoch nicht richtig.
Ist Kieferorthopädie eine Therapie dafür?
Die ehrliche Antwort: Eine kieferorthopädische Behandlung kann nicht als Therapie von Kiefergelenkbeschwerden angeboten werden. Bei Angeboten, die das sicher versprechen, empfehlen wir Vorsicht.
In manchen Fällen kann eine kieferorthopädische Korrektur durch eine ausgeglichenere Kraftverteilung jedoch indirekt nützen. Die Korrektur eines Kreuzbisses, der eine funktionelle Verschiebung verursacht, kann etwa zu einer symmetrischeren Gelenkfunktion beitragen. Das bedeutet aber nicht, dass sich das Ergebnis garantieren lässt.
In welcher Reihenfolge?
Bei akuten Beschwerden wie aktiven Schmerzen und Kiefersperre ist es meist nicht angebracht, mit einer kieferorthopädischen Behandlung zu beginnen. Zuerst sollen die Beschwerden in den Griff bekommen werden: Schutzschienen, muskelentspannende Ansätze, Umgang mit Gewohnheiten und bei Bedarf Überweisung an die zuständigen Fachleute. Ist der Zustand stabil, wird ein kieferorthopädischer Plan geprüft.
Wenn während der Behandlung Beschwerden auftreten
Während der kieferorthopädischen Behandlung verändert sich der Biss vorübergehend, und bei manchen Patienten können in dieser Zeit vorübergehende Beschwerden im Kieferbereich auftreten. Das gehört meist zum Anpassungsprozess. Nehmen die Schmerzen aber zu, fällt Ihnen das Öffnen des Mundes schwer oder kommt es zu einer Sperre, melden Sie sich ohne Verzögerung; der Behandlungsplan wird dann entsprechend überprüft.
Der Einfluss täglicher Gewohnheiten
Ein übersehener Faktor bei Gelenkbeschwerden sind Verhaltensweisen im Alltag. Die Zähne ständig aufeinander zu halten, das Kinn auf die Hand zu stützen, einseitig zu kauen, gewohnheitsmäßig Kaugummi zu kauen und das Telefon zwischen Ohr und Schulter einzuklemmen, kann die Muskulatur belasten. Diese Gewohnheiten zu erkennen und zu ändern, bringt oft schon für sich eine deutliche Erleichterung.
Die Rolle des Zähnepressens
Es gehört zu den häufigsten Begleitbefunden bei Gelenkbeschwerden. Ohne Behandlung des Bruxismus bringt womöglich kein Eingriff eine dauerhafte Erleichterung. Deshalb werden bei der Untersuchung Anzeichen für Zähnepressen gesondert beurteilt und bei Bedarf eine Schutzschiene eingeplant.
Häufig gestellte Fragen
Liegen keine Schmerzen oder Einschränkungen vor, muss nicht jedes Geräusch behandelt werden; eine Untersuchung wird empfohlen.
Das kann nicht garantiert werden. In manchen Fällen kann sie einen indirekten Nutzen bringen; dies ist jedoch nicht das Ziel der Behandlung.
Nein. Sie dienen unterschiedlichen Zwecken; manchmal werden beide zusammen geplant.
Der Plan wird überprüft. Wichtig ist, dass Sie dies umgehend melden.
Eine zahnärztliche Untersuchung ist der Ausgangspunkt; bei Bedarf erfolgt eine Überweisung an die zuständigen Fachärzte.
Lassen Sie uns gemeinsam die Ursache Ihrer Beschwerden ermitteln.
Wenn Sie Kieferschmerzen, Geräusche oder Bewegungseinschränkungen haben, lassen Sie sich umfassend untersuchen. Kontaktieren Sie uns für einen Termin und lassen Sie Ihre Situation in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik untersuchen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Diagnose und Behandlung von Kiefergelenkbeschwerden werden nach der klinischen Untersuchung festgelegt; ein Ergebnis kann nicht garantiert werden.

