Implantologie

Für den Erfolg einer Implantatbehandlung muss das Implantat in Knochen mit ausreichendem Volumen und guter Qualität gesetzt werden. Reicht der Knochen durch Zahnverlust, Zahnfleischerkrankung oder Unfall nicht aus, lässt sich das Volumen durch Knochenaufbau vergrößern. Knochenersatzmaterialien – umgangssprachlich oft „Knochenpulver“ genannt – stammen aus unterschiedlichen Quellen und werden mit verschiedenen Techniken eingesetzt. Wer die Arten des Knochenaufbaus kennt, versteht die zahnärztlichen Empfehlungen besser und kann gezielter nachfragen. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul erläutern wir verwendete Materialien und Verfahren transparent.

Wie funktioniert Knochenersatzmaterial?

Knochenersatzmaterial dient als Gerüst, das die körpereigene Knochenbildung unterstützt. Nach dem Einbringen wachsen mit der Zeit Blutgefäße und Knochenzellen in dieses Gerüst ein. Je nach Material wird es nach und nach durch eigenen Knochen ersetzt oder baut sich langsam ab und hilft so, das Volumen zu erhalten. Dieser Prozess macht den Knochen tragfähig für das Implantat.

Arten nach Herkunft

Autologer Knochen (eigener Knochen)

Knochen aus dem eigenen Körper, meist aus Bereichen im Mund wie dem hinteren Unterkiefer oder dem Kinn. Da er lebende Knochenzellen enthält, ist seine knochenbildende Fähigkeit hoch; er gilt seit Langem als Goldstandard. Nachteile sind eine zweite Operationsstelle für die Entnahme und die begrenzte Menge.

Allogenes Material (menschlichen Ursprungs aus Gewebebanken)

Knochen menschlichen Ursprungs, der in Gewebebanken unter strengen Kontrollen und speziellen Verfahren aufbereitet und sicher gemacht wird. Eine zweite Operationsstelle ist nicht nötig. Die Verwendung unterliegt den gesetzlichen Vorgaben und den Standards der Gewebebanken.

Xenogenes Material (tierischen Ursprungs)

Meist aus Rinder- oder Schweineknochen gewonnen; der organische Anteil wird entfernt, sodass nur die mineralische Struktur bleibt. Da es sich langsam abbaut, hilft es, das Volumen lange zu erhalten. Es wird in der Zahnmedizin häufig eingesetzt. Wer aus religiösen oder persönlichen Gründen kein tierisches Material wünscht, kann dies ansprechen und Alternativen besprechen.

Alloplastisches (synthetisches) Material

Im Labor hergestellte Materialien wie Hydroxylapatit, Trikalziumphosphat und bioaktives Glas. Sie enthalten keine biologischen Bestandteile und sind unbegrenzt verfügbar. Ihre Eigenschaften variieren je nach Produkt.

In der Praxis werden diese Materialien oft kombiniert; beispielsweise kann eigener Knochen mit xenogenem Material gemischt werden, um die Vorteile beider zu nutzen.

Arten nach Technik

Socket Preservation

Unmittelbar nach dem Ziehen eines Zahns wird Knochenersatzmaterial in die Alveole eingebracht, um den Knochenverlust zu begrenzen. Erwogen wird dies in Bereichen, in denen später ein Implantat geplant ist.

Gesteuerte Knochenregeneration (GBR)

Das Material wird in den Knochendefekt eingebracht und mit einer speziellen Barrieremembran abgedeckt. Die Membran verhindert, dass das schnell wachsende Zahnfleisch in den Aufbaubereich einwächst, und schafft Raum für die Knochenbildung. Häufig ist GBR in derselben Sitzung wie die Implantation möglich.

Knochenblöcke

Bei umfangreichen horizontalen oder vertikalen Knochendefekten wird ein Knochenblock mit Schrauben im Defekt fixiert. Nach der Einheilung wird das Implantat gesetzt.

Sinusaugmentation

Dabei wird im oberen Seitenzahnbereich die Kieferhöhlenschleimhaut angehoben und darunter Knochenersatzmaterial eingebracht. Dies kann in derselben Sitzung wie die Implantation oder separat erfolgen.

Für wen ist ein Knochenaufbau nicht geeignet?

Schlecht eingestellter Diabetes, starkes Rauchen, bestimmte Medikamente mit Wirkung auf den Knochenstoffwechsel und eine Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich in der Vorgeschichte können die Einheilung beeinträchtigen. Diese Situationen schließen einen Knochenaufbau nicht immer aus, erfordern aber eine eingehende Beurteilung und gegebenenfalls die Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Teilen Sie vor der Behandlung alle Gesundheitsinformationen mit.

Unterstützung durch Eigenblutprodukte

In manchen Fällen können aus dem eigenen Blut hergestellte Produkte wie plättchenreiches Fibrin (PRF) zusammen mit dem Knochenersatzmaterial verwendet werden, um die Heilung zu unterstützen. Ihr Einsatz wird im Einzelfall bewertet.

Der Heilungsverlauf

In den ersten Tagen nach dem Knochenaufbau können Schwellung, leichte Schmerzen und mitunter Blutergüsse auftreten. Kühlen, die zahnärztlich empfohlenen Medikamente, Schonung des Bereichs und Rauchverzicht unterstützen die Heilung. Wie lange das Material zum Ausreifen braucht, hängt von Materialart und Umfang des Eingriffs ab; bei separat durchgeführten umfangreichen Aufbauten wird bis zur Implantation meist einige Monate gewartet. Die Heilung wird klinisch und radiologisch kontrolliert.

Während der Heilung ist es wichtig, herausnehmbaren Zahnersatz anzupassen, der auf den Aufbaubereich drückt, und Kontrolltermine regelmäßig wahrzunehmen. Bei deutlich zunehmender Schwellung, Fieber, unangenehmem Geruch oder wenn Partikel des Materials in den Mund gelangen, wenden Sie sich bitte an die Klinik.

Die Wahl von Material und Technik

Die Wahl richtet sich nach Art und Ausmaß des Knochenverlusts, Region, Zeitpunkt der Implantation, Allgemeingesundheit und Ihren Wünschen. Bei DijiDent analysieren wir den Knochendefekt detailliert anhand der DVT-Daten und legen Herkunft des Materials und Verfahren offen dar.

Häufig gestellte Fragen

So werden umgangssprachlich die Aufbaumaterialien genannt, mit denen unzureichendes Knochenvolumen vor einem Implantat vergrößert wird.

Transplantate aus zugelassenen und kontrollierten Quellen werden in der Zahnmedizin breit und sicher eingesetzt.

Ja. Körpereigener Knochen, menschliche oder synthetische Materialien können als Alternativen geprüft werden.

Bei einem Aufbau in derselben Sitzung ist unter Umständen keine separate Wartezeit nötig; bei separat durchgeführtem umfangreichem Aufbau wird meist einige Monate gewartet.

Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung. Danach können einige Tage lang leichte Schmerzen und Schwellungen auftreten.

Das richtige Material und die richtige Technik für ein starkes Fundament.

Kontaktieren Sie uns für einen Termin, um Ihre Knochenstruktur beurteilen zu lassen und zu erfahren, ob Sie einen Knochenaufbau benötigen. Lassen Sie uns Ihre Implantatbehandlung digital in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik planen.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung. Material und Verfahren werden individuell zahnärztlich festgelegt.