Wie bei jedem medizinischen Eingriff können auch bei der Wurzelkanalbehandlung trotz sorgfältiger Durchführung unerwünschte Ereignisse auftreten. Die meisten sind selten, und ein großer Teil lässt sich angemessen bewältigen. Wer offen über Instrumentenbruch bei der Wurzelbehandlung und andere Komplikationen informiert ist, kann vor der Behandlung eine bewusste Einwilligung geben und muss sich im Fall der Fälle nicht unnötig sorgen. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul sehen wir eine transparente Kommunikation darüber als Grundlage des Vertrauens.
Was ist ein Instrumentenbruch im Kanal?
Die Feilen zur Reinigung und Formgebung der Kanäle sind sehr feine, flexible Metallinstrumente. Vor allem in engen, gekrümmten oder verkalkten Kanälen kann durch Materialermüdung oder Überlastung ein kleines Stück einer Feile im Kanal abbrechen. Mit Erfahrung und mit Einmalinstrumenten bzw. Instrumenten, die nach begrenzten Nutzungsprotokollen verwendet werden, lässt sich dieses Risiko verringern – ganz ausschließen lässt es sich nicht.
Schadet ein abgebrochenes Instrument der Gesundheit?
Wurzelkanalfeilen bestehen meist aus Nickel-Titan oder Edelstahl und gelten als gewebeverträglich. Das abgebrochene Fragment selbst stellt in der Regel kein Gesundheitsproblem dar. Entscheidend ist, ob der Kanalabschnitt jenseits der Bruchstelle ausreichend gereinigt werden konnte. Deshalb ist es für das Ergebnis wichtig, in welcher Behandlungsphase der Bruch geschah.
Wie wird damit umgegangen?
- Entfernung des Fragments: Unter Vergrößerung und mit speziellen Ultraschallinstrumenten kann versucht werden, das Fragment aus dem Kanal zu entfernen.
- Umgehung (Bypass): Am Fragment vorbei kann der restliche Kanal gereinigt und gefüllt werden.
- Einbeziehen in die Füllung: Liegt das Fragment nahe der Wurzelspitze und ist der Kanal weitgehend gereinigt, kann es in die Füllung einbezogen und beobachtet werden.
- Chirurgische Verfahren: Besteht das Problem an der Wurzelspitze fort, kommen Verfahren wie die Wurzelspitzenresektion infrage.
Die Wahl richtet sich nach Lage des Fragments, Zahnanatomie, Infektionslage und dem möglichen Schaden, den eine Entfernung am Zahn anrichten würde. Dass die Patientin oder der Patient über den Vorfall informiert wird, ist aus ethischen Gründen und für das Vertrauen wichtig.
Weitere mögliche Komplikationen
Perforation
Dabei entsteht eine unerwünschte Öffnung in der Kanal- oder Wurzelwand. Früh erkannt, kann sie mit biokompatiblen Reparaturmaterialien verschlossen werden. Das Ergebnis hängt von Lage, Größe und davon ab, wie schnell die Perforation repariert wird.
Wurzelfüllmaterial jenseits der Wurzelspitze
Eine geringe Menge Wurzelfüllmaterial außerhalb der Wurzelspitze kann im Röntgenbild sichtbar sein. Kleine Überpressungen verursachen oft keine Beschwerden und werden beobachtet. Bei Unterkieferzähnen nahe dem Nervkanal oder bei Beschwerden kann eine weitere Abklärung nötig sein.
Austritt von Spüllösung
Dass Spüllösungen über die Wurzelspitze ins Gewebe gelangen, ist selten und kann plötzlich Schmerzen, Schwellung oder Blutergüsse verursachen. Das Risiko wird durch geeignete Spültechniken und eine exakte Längenbestimmung gesenkt. In einem solchen Fall plant Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt sofort Maßnahmen zur Linderung der Symptome.
Taubheitsgefühl
Vor allem bei unteren Backenzähnen, deren Wurzelspitzen nah am Nervkanal liegen, kann ein vorübergehendes Taubheitsgefühl an Lippe oder Kinn auftreten. Dieses Risiko wird vor der Behandlung mittels Bildgebung beurteilt. Bemerken Sie ein Taubheitsgefühl, melden Sie es bitte umgehend.
Übersehene Kanäle
Zusätzliche Kanäle mancher Zähne werden bei der Erstbehandlung möglicherweise nicht gefunden und können später Probleme verursachen. Vergrößerung und dreidimensionale Bildgebung helfen, dieses Risiko zu senken.
Manche dieser Situationen werden während der Behandlung bemerkt, andere erst auf Kontrollröntgenbildern. In beiden Fällen müssen Patientinnen und Patienten informiert und ein Nachsorgeplan erstellt werden.
Wie lassen sich Risiken verringern?
- Gründliche Voruntersuchung: Wurzelanatomie und benachbarte Strukturen werden vor der Behandlung beurteilt.
- Kofferdam: Das Feld bleibt sauber, und das Verschlucken von Instrumenten wird verhindert.
- Elektronische Längenmessung: hilft bei der exakten Bestimmung der Kanallänge.
- Protokolle für Instrumente: Die Verwendung von Feilen nach empfohlener Nutzungszahl und Technik senkt das Bruchrisiko.
- Vergrößerung: In geeigneten Fällen erhöht die Arbeit unter Vergrößerung die Kontrolle.
Nachsorge nach einer Komplikation
Bei Zähnen mit einer Komplikation gewinnen nach Abschluss der Behandlung regelmäßige klinische und radiologische Kontrollen an Bedeutung. Dabei wird beurteilt, ob der Zahn Beschwerden macht, ob der Knochen an der Wurzelspitze heilt und ob die Restauration dicht ist. In vielen Fällen funktioniert der Zahn problemlos weiter. Verläuft die Heilung nicht wie erwartet, können Optionen wie Revision oder chirurgische Verfahren rechtzeitig geplant werden. Nehmen Sie Ihre Kontrolltermine daher wahr, damit ein mögliches Problem früh erkannt wird.
Offene Kommunikation ist die Grundlage des Vertrauens
Bei DijiDent besprechen wir vor der Behandlung mögliche Risiken und legen bei einer Komplikation Situation, Optionen und Nachsorgeplan offen dar. Die Aufnahmen von Patientinnen und Patienten, die anderswo behandelt wurden und eine Zweitmeinung wünschen, beurteilen wir unabhängig und objektiv.
Häufig gestellte Fragen
Nicht immer. Je nach Lage des Fragments und Reinigungszustand des Kanals kann es entfernt, umgangen oder beobachtet werden.
Wurzelkanalinstrumente bestehen meist aus gewebeverträglichen Materialien; das Fragment selbst verursacht in der Regel kein gesundheitliches Problem.
Nein. Das Ergebnis hängt davon ab, in welcher Phase der Bruch auftrat und wie gut der Kanal gereinigt werden konnte. Die Beurteilung erfolgt durch Verlaufskontrollen.
Kleine Überpressungen verursachen oft keine Beschwerden und werden beobachtet. Bei Beschwerden oder Nervennähe kann eine weitere Abklärung nötig sein.
Meist ist es vorübergehend; es sollte jedoch Ihrem Zahnarzt gemeldet und beobachtet werden.
Klare Antworten auf Ihre Fragen, Vertrauen in Ihre Behandlung.
Kontaktieren Sie uns für einen Termin, um sich vor einer Wurzelbehandlung zu informieren oder eine Zweitmeinung zu Ihrer laufenden Behandlung einzuholen. Lassen Sie uns Ihre Situation transparent in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik beurteilen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung. Komplikationsrisiken und deren Behandlung sind individuell verschieden; besprechen Sie die Einzelheiten mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt.


