Das Kiefergelenk gehört zu den am häufigsten beanspruchten Gelenken des Körpers; es arbeitet ständig – beim Sprechen, Schlucken und Kauen. Ein Problem hier macht sich daher in jedem Moment des Alltags bemerkbar. Patienten mit Kiefergelenkbeschwerden berichten am häufigsten über Geräusche, Schmerzen, eingeschränkte Mundöffnung und morgendliche Steifigkeit. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul gehen wir solche Beschwerden nicht direkt mit Bildgebung an, sondern beginnen mit einer ausführlichen klinischen Untersuchung – denn bei einem großen Teil dieser Beschwerdebilder liegt das Problem nicht im Knochen, sondern in Muskulatur und Weichgewebe.
Woher können die Beschwerden kommen?
- Muskuläre Überlastung: Zähnepressen und -knirschen ermüden die Kaumuskulatur; der Schmerz strahlt oft in Schläfe und Wange aus.
- Veränderte Diskusposition: Verschiebt sich der Diskus, der im Gelenk als Polster dient, können Geräusche oder eine eingeschränkte Mundöffnung auftreten.
- Störungen der Okklusion: Eine zu hohe Füllung oder ein durch fehlende Zähne verändertes Kaumuster kann das Gelenk belasten.
- Degenerative Veränderungen: Strukturelle Veränderungen der Gelenkflächen, die sich im Laufe der Zeit entwickeln.
- Vorgeschichte mit Verletzungen: Ein früherer Schlag oder Behandlungen, bei denen der Mund lange geöffnet war.
- Stress: Zwar keine direkte Ursache, kann aber durch erhöhte Muskelspannung die Beschwerden verstärken.
Ist in jedem Fall eine Bildgebung nötig?
Nein. Es ist nicht der richtige Ansatz, jeden Patienten mit Beschwerden zu röntgen. Bei der Untersuchung werden die Mundöffnung gemessen, Gelenkgeräusche und Muskelempfindlichkeit beurteilt, die Bisslage geprüft und Ihre Gewohnheiten erfragt. In vielen Fällen liefert diese Untersuchung genug Informationen, um mit der Behandlung zu beginnen.
Die dreidimensionale Bildgebung ist hilfreich, wenn die knöchernen Strukturen des Gelenks beurteilt werden müssen. Formveränderungen am Gelenkkopf, Unregelmäßigkeiten der Oberflächen, Knochenabbau und nach Unfällen vermutete Brüche lassen sich so untersuchen. Es gibt jedoch eine wichtige Grenze: Weichgewebe wie der Diskus lassen sich mit diesem Verfahren nicht klar darstellen. Ist eine Beurteilung des Weichgewebes nötig, kommt ein anderes Verfahren (in der Regel eine MRT) infrage – diese Entscheidung wird gemeinsam mit den zuständigen Fachärzten getroffen.
Wie erkennt man Zähnepressen?
Die meisten Menschen, die nachts mit den Zähnen pressen, wissen nichts davon. Müde Kaumuskeln beim Aufwachen, Druck an den Schläfen, zunehmend empfindliche Zähne, abgeflachte Schneidekanten und linienförmige Abdrücke an der Wangeninnenseite können Hinweise auf diese Gewohnheit sein. Bei der Untersuchung liefert das Abnutzungsmuster der Zahnoberflächen Ihrem Zahnarzt wichtige Informationen. Wird die Gewohnheit früh erkannt, lässt sie sich behandeln, bevor ein irreversibler Substanzverlust an den Zähnen entsteht.
Der Weg in der Behandlung
Unser Vorgehen ist schrittweise und vermeidet bevorzugt irreversible Maßnahmen. Zu Beginn wird meist Folgendes empfohlen: eine Zeit lang auf harte und stark zu kauende Lebensmittel verzichten, sehr weites Öffnen des Mundes vermeiden, bei Bedarf Wärmeanwendungen und einfache Kieferübungen, ein geregelter Schlaf und Stressbewältigung. Sind die Anzeichen für Zähnepressen deutlich, wird eine individuell angefertigte Aufbissschiene (Knirscherschiene) in Betracht gezogen; sie kann helfen, die Zähne vor Abnutzung zu schützen und die Muskelbelastung zu verringern.
Wird eine deutliche Störung der Okklusion festgestellt, wird deren Korrektur Teil des Plans. Sprechen die Beschwerden nicht an, folgen eine weiterführende Abklärung und bei Bedarf die Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachärzten. Bei DijiDent sagen wir unseren Patienten von Anfang an: Kiefergelenkbeschwerden lassen sich meist nicht mit einem einzigen Eingriff, sondern mit einem geduldigen Prozess in den Griff bekommen.
Häufig gestellte Fragen
Wenn keine Schmerzen oder Funktionseinschränkungen bestehen, kann in vielen Fällen eine Verlaufskontrolle ausreichen. Dennoch ist eine einmalige Untersuchung sinnvoll, um Gewohnheiten frühzeitig zu erkennen.
Bei individuell angefertigten Schienen, die regelmäßig kontrolliert werden, ist das kein zu erwartendes Ergebnis. Deshalb wird statt Fertigprodukten eine nach Abdruck hergestellte Schiene empfohlen.
Wenn Sie den Mund nicht öffnen oder schließen können, wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Praxis. Ein frühes Eingreifen kann den Verlauf erleichtern.
Verspannungen der Kaumuskulatur können zu Schmerzen führen, die in die Schläfenregion ausstrahlen. Da Kopfschmerzen jedoch auch andere Ursachen haben können, erfolgt die Beurteilung ganzheitlich.
Eine Operation kommt nur in ausgewählten und wenigen Fällen in Betracht. Vorrang haben stets reversible Ansätze.
Schieben Sie Kieferschmerzen nicht mit dem Gedanken „Das geht schon vorbei“ auf.
Wenn Sie Geräusche, Schmerzen, eine Kiefersperre oder den Verdacht auf Zähnepressen haben, lassen Sie uns eine detaillierte Untersuchung durchführen. Kontaktieren Sie uns für einen Termin; lassen Sie uns in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik gemeinsam die Ursache Ihrer Beschwerden untersuchen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Diagnose und Behandlung von Kiefergelenkbeschwerden plant Ihr Zahnarzt nach der klinischen Untersuchung.

