Vielleicht haben Sie Ihren Zahnarzt während einer ästhetischen Behandlung schon Sätze sagen hören wie „Machen wir A2“ oder „Gehen wir auf B1“. Diese Codes sind nicht willkürlich; sie gehören zu einem System, das die Farbkommunikation in der Zahnmedizin standardisiert. Die Zahnfarbskala schafft eine gemeinsame Sprache zwischen Zahnarzt, Patient und Labor. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul erklären wir unseren Patienten dieses System verständlich – denn die Farbentscheidung sollte gemeinsam mit Ihnen getroffen werden.
Wie ist die Skala aufgebaut?
Bei der in der Zahnmedizin verbreiteten klassischen Skala werden die Farben zunächst in Buchstabengruppen eingeteilt. Gruppe A steht für rötlich-bräunliche, B für rötlich-gelbliche, C für gräuliche und D für rötlich-graue Töne. Die Zahl hinter dem Buchstaben gibt die Helligkeitsstufe innerhalb der Gruppe an; je höher die Zahl, desto dunkler der Ton. A1 ist zum Beispiel der hellste Ton der Gruppe A.
Neuere Systeme betrachten Farbe in drei Dimensionen: Helligkeit, Sättigung und Farbton. Dieser Ansatz erkennt an, dass eine Farbe nicht nur aus einem einzigen Wert besteht, und ermöglicht eine genauere Abstimmung.
Ein natürlicher Zahn ist nicht einfarbig
Das überrascht Patienten am meisten. Betrachtet man einen Zahn aus der Nähe, sieht man, dass der Zahnhals dunkler und gesättigter ist, der mittlere Bereich die Hauptfarbe trägt und die Schneidekante transparenter und gräulicher ist. Hinzu kommen feine weiße Linien und leichte Strukturen auf der Oberfläche. Den ganzen Zahn in einer einzigen, flachen Farbe zu fertigen, ist einer der häufigsten Gründe für ein künstliches Aussehen. Deshalb erhält das Labor nicht nur einen Code, sondern auch Fotos und Farbnotizen für einzelne Bereiche.
Wie wird die Farbe bestimmt?
- Zeitpunkt: Die Farbe wird zu Beginn der Sitzung bestimmt; bei langem Hinsehen ermüdet das Auge und nimmt Farben nicht mehr richtig wahr.
- Feuchtigkeit: Ein ausgetrockneter Zahn wirkt vorübergehend heller. Deshalb wird im feuchten Zustand beurteilt.
- Lichtquelle: Bevorzugt wird neutrales, tageslichtähnliches Licht. Dass zwei Oberflächen unter verschiedenem Licht unterschiedlich wirken, nennt man Metamerie.
- Umgebungsfarben: Grelle Kleidung oder Make-up können die Wahrnehmung beeinflussen.
- Referenz: Das Farbmuster wird direkt neben den Zahn und auf gleiche Höhe gehalten.
Kann man die Farbe am Bildschirm aussuchen?
Nein. Smartphone- und Computerbildschirme stellen Farben unterschiedlich dar, und die Kamera passt den Weißabgleich automatisch an. Die Zahnfarbe auf einem Foto aus dem Internet eins zu eins als Ziel zu nehmen, ist daher nicht realistisch. Fotos sind wertvoll, um Ihre Erwartung zu beschreiben; die endgültige Entscheidung sollte aber in der Praxis bei Tageslicht fallen.
Digitale Farbmessung
Neben der visuellen Beurteilung können digitale Farbmessgeräte eingesetzt werden. Sie messen an verschiedenen Stellen des Zahns, liefern Zahlenwerte und verringern Unterschiede in der persönlichen Wahrnehmung. Die endgültige Entscheidung wird jedoch nicht allein vom Gerät getroffen; die Messung ergänzt die visuelle Beurteilung des Zahnarztes und Ihre Präferenz.
Wie weiß wirkt noch natürlich?
Darauf gibt es keine einheitliche Antwort, aber ein Kriterium: Sind die Zähne deutlich weißer als das Weiß Ihrer Augen, wirkt das Ergebnis eher künstlich. Auch der Hautton spielt eine Rolle; auf dunklerer Haut wirkt dieselbe Farbe weißer. Wir empfehlen in unserer Klinik, die Farbe nicht nur nach dem Ziel „möglichst hell“ zu wählen, sondern zusammen mit Ihrem Gesicht zu beurteilen. Das Mock-up macht diese Entscheidung greifbar.
Warum passt die Farbe einer Krone womöglich nicht?
Dafür gibt es mehrere mögliche Gründe: Die Farbe wurde am ausgetrockneten Zahn bestimmt, die Farbverläufe der Nachbarzähne wurden nicht ans Labor übermittelt, verschiedene Materialien brechen das Licht unterschiedlich – oder die natürlichen Zähne sind heller geworden, weil nach der Versorgung gebleacht wurde. Der letzte Punkt ist besonders wichtig: Keramik und Komposit reagieren nicht auf Bleaching, deshalb wird das Bleaching immer vor der Versorgung geplant.
Häufig gestellte Fragen
Farbskalen enthalten zusätzliche Bleach-Farbtöne; man kann jedoch nicht sagen, dass der hellste Farbton zu jedem passt.
Das hängt von Ihrer Ausgangsfarbe und der Art der Verfärbung ab. Ein bestimmtes Ergebnis kann nicht zugesichert werden.
Natürliche Zähne können mit dem Alter dunkler werden. Bei Restaurationen kann es zu Oberflächenverfärbungen kommen.
Die Farbabstimmung bei einem Einzelzahn gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben; Foto- und Probephase sind in diesen Fällen besonders wichtig.
Selbstverständlich. Eine zweite Meinung kann Ihre Entscheidung unterstützen.
Die richtige Farbwahl ist das halbe Ergebnis.
Lassen Sie uns die zu Ihnen passende Farbe bei natürlichem Licht und zusammen mit Ihrem Gesicht beurteilen. Kontaktieren Sie uns für einen Termin; lassen Sie uns Ihre Farbentscheidung gemeinsam in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik treffen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information; Farbergebnisse sind individuell verschieden. Die Auswahl erfolgt nach zahnärztlicher Beurteilung.


