In der Mundgesundheit ist ein einzelnes Bild eine Momentaufnahme. Klinisch wertvoll ist jedoch oft die Veränderung: Geht das Knochenniveau zurück, wird eine Läsion kleiner, ist das Gewebe um ein Implantat stabil? Diese Fragen lassen sich nur durch Vergleich beantworten. Ein zahnärztliches Bildarchiv ist daher kein Rückblick, sondern ein Werkzeug für die künftige Planung. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul betrachten wir die Unterlagen unserer Patienten als festen Teil der Nachsorge.
Was zeigt ein Vergleich?
- Veränderung des Knochenniveaus: Ob eine Parodontitis fortschreitet und ob die Behandlung sie gestoppt hat.
- Verlauf von Läsionen: Eine kleiner werdende Aufhellung an der Wurzelspitze ist eines der deutlichsten Zeichen der Heilung.
- Bereich um das Implantat: Veränderungen im umliegenden Knochen werden früh erkannt.
- Zahnbewegungen: Ob das kieferorthopädische Ergebnis stabil bleibt.
- Abnutzung und Substanzverlust: Die Auswirkungen von Zähnepressen werden verfolgt.
- Zustand verlagerter Zähne: Ob sich an einem beobachteten Zahn etwas verändert.
Ein Knochenverlust kann auf einem einzelnen Bild „grenzwertig“ wirken. Neben eine zwei Jahre alte Aufnahme gelegt, zeigt sich jedoch klar ein Fortschreiten – oder umgekehrt, dass der Zustand stabil ist. Diese Unterscheidung bestimmt direkt, wie intensiv behandelt werden muss.
Unnötige Wiederholungen vermeiden
Die zweite wichtige Funktion des Archivs ist die Verringerung der Strahlenbelastung. Liegt eine aktuelle Aufnahme in ausreichender Qualität vor, gibt es keinen klinischen Grund, die Untersuchung zu wiederholen. Deshalb bitten wir unsere Patienten ausdrücklich, vorhandene Aufnahmen mitzubringen. Wenn Sie die Praxis wechseln oder eine Zweitmeinung einholen, beschleunigt es den Ablauf und erspart unnötige Aufnahmen, wenn Sie Ihre Unterlagen selbst haben.
Welche Unterlagen sollten Sie aufbewahren?
Panoramaröntgen, Zahnfilme, DVT-Dateien, Intraoralscans und klinische Fotos sind aufbewahrenswert. Wichtig ist, dass auf jeder Aufnahme das Datum vermerkt ist; ohne Datum verliert ein Vergleich seinen Sinn. Eine Sicherung der digitalen Kopien in der Cloud oder auf einer externen Festplatte ist eine praktische Lösung.
Die technische Voraussetzung für Vergleiche
Damit zwei Aufnahmen sinnvoll verglichen werden können, sollten sie unter ähnlichen Bedingungen entstanden sein. Auf zwei Panoramaaufnahmen aus unterschiedlichen Winkeln kann das Knochenniveau verschieden aussehen – das ist keine echte Veränderung, sondern ein Positionierungsunterschied. Kontrollaufnahmen werden daher möglichst nach einem standardisierten Protokoll angefertigt. Bei dreidimensionalen Aufnahmen erfolgt die Messung in realer Größe, deshalb sind Vergleiche hier zuverlässiger.
Wie oft sollte kontrolliert werden?
Einen festen Zeitplan gibt es nicht; die Häufigkeit richtet sich nach der Person und der klinischen Situation. Bei Patienten mit Parodontitis in der Vorgeschichte, mit Implantaten oder mit Zähnepressen werden Kontrollen in kürzeren Abständen geplant. Aufnahmen werden dabei nicht bei jeder Kontrolle wiederholt, sondern angefordert, wenn die klinische Untersuchung den Verdacht auf eine Veränderung ergibt oder bestimmte Kontrollintervalle erreicht sind. Ziel ist, mit möglichst wenigen Aufnahmen möglichst viele Informationen zu gewinnen.
Der Wert klinischer Fotos
Neben der Bildgebung sind klinische Fotos ein wichtiger Teil der Nachsorge. Veränderungen der Zahnfleischfarbe, des Rückgangs, von Abnutzungsbereichen und Versorgungsrändern lassen sich mit Fotos verfolgen – und das ganz ohne Strahlenbelastung. Deshalb dokumentieren wir in unserer Klinik bei umfassenden Behandlungen routinemäßig mit Fotos.
Unterlagen sind auch rechtlich wertvoll
Behandlungsunterlagen dokumentieren die durchgeführten Eingriffe und den damaligen klinischen Zustand. Bei Meinungsverschiedenheiten oder im Rahmen einer Zweitmeinung sind sie die objektivste Grundlage, um den Verlauf nachzuvollziehen. Eine geordnete Archivierung ist daher für Klinik und Patient gleichermaßen wichtig.
Ihre Unterlagen gehören Ihnen
Sie haben das Recht auf Zugang zu Ihren Gesundheitsunterlagen. Bei DijiDent werden Patientendaten im Rahmen der geltenden Vorschriften gespeichert und auf Ihren Wunsch digital zur Verfügung gestellt. Wir empfehlen, selbst eine Kopie Ihrer Unterlagen aufzubewahren – so können Sie Ihre Behandlungsgeschichte in jedem Land und in jeder Praxis belegen.
Häufig gestellte Fragen
Nein. Bewahren Sie vor allem die digitalen Kopien auf – sie sind für spätere Vergleiche wertvoll.
Ältere Aufnahmen sind für den Vergleich wertvoll. Um den aktuellen Zustand zu beurteilen, kann dennoch eine neue Aufnahme nötig sein – beide erfüllen unterschiedliche Zwecke.
Nein. Die klinische Untersuchung steht im Vordergrund; Aufnahmen werden in bestimmten Abständen oder bei Verdacht angefordert.
Wenden Sie sich einfach an Ihre Praxis. Sie können die Weitergabe als digitale Dateien verlangen.
In der Regel ja. Zwischen verschiedenen Geräten kann es technische Unterschiede geben; diese werden bei der Beurteilung berücksichtigt.
Mit dem Ende der Behandlung beginnt die Nachsorge.
Bringen Sie Ihre vorhandenen Unterlagen mit – wir beurteilen gemeinsam die Veränderungen über die Zeit und erstellen ein passendes Kontrollprogramm für Sie. Kontaktieren Sie uns für einen Termin und lassen Sie Ihre Mundgesundheit langfristig in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik begleiten.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Kontrollintervalle und die Notwendigkeit von Aufnahmen legt Ihr Zahnarzt je nach klinischer Situation fest.


