Endodontie

Die Wurzelkanalbehandlung beseitigt die Infektion und erhält den Zahn im Mund. Die Struktur des behandelten Zahns kann jedoch – vor allem im Seitenzahnbereich – unter Kaukräften in manchen Fällen anfälliger werden. Die oft gestellte Frage „Kann ein wurzelbehandelter Zahn brechen?“ hängt von Restauration, Position des Zahns und persönlichen Gewohnheiten ab. Wer das Risiko kennt und die richtigen Vorkehrungen trifft, hilft seinem Zahn, viele Jahre zu funktionieren. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul geben wir dazu klare, umsetzbare Empfehlungen.

Warum können wurzelbehandelte Zähne bruchanfälliger sein?

Lange nahm man an, wurzelbehandelte Zähne würden durch die Entfernung der Pulpa „austrocknen“ und spröde werden. Aktuelle Erkenntnisse zeigen jedoch, dass der Hauptgrund überwiegend der Substanzverlust ist. Bei Zähnen, die eine Wurzelbehandlung brauchen, ist durch tiefe Karies, große Füllungen oder frühere Brüche oft bereits viel Substanz verloren. Auch die Zugangsöffnung zu den Kanälen kann die Widerstandskraft gegen Kaukräfte verringern.

Hinzu kommt, dass der schützende Empfindungsmechanismus der vitalen Pulpa entfällt. Beißt man mit diesem Zahn auf etwas Hartes, bemerkt man es womöglich später und übt mehr Kraft auf den Zahn aus.

Bei welchen Zähnen ist das Risiko höher?

  • Backenzähne: Da sie den Großteil der Kaukraft tragen, ist ihr Bruchrisiko höher als bei Frontzähnen.
  • Zähne ohne Höckerschutz: Bei Backenzähnen, die nur mit einer Füllung ohne Überdeckung der Kaufläche versorgt sind, können Höcker mit der Zeit absplittern.
  • Zähne mit sehr wenig gesunder Substanz: Zähne mit dünnen Wänden reißen unter Belastung leichter.
  • Pressen und Knirschen: Übermäßige, wiederholte Kräfte erhöhen das Bruchrisiko deutlich.
  • Pfeilerzähne für Brücken oder Prothesen: Bei zusätzlich belasteten Zähnen ist die Planung der Restauration besonders wichtig. Treffen mehrere dieser Risikofaktoren zusammen, steigt die Bruchwahrscheinlichkeit weiter.

Arten von Brüchen

Höckerfraktur

Dabei bricht einer der Höcker auf der Kaufläche ab. Liegt der Bruch oberhalb des Zahnfleischrands, lässt sich der Zahn oft mit einem Onlay oder einer Krone versorgen.

Brüche unterhalb des Zahnfleischrands

Reicht der Bruch unter das Zahnfleisch- oder Knochenniveau, können für eine Restauration zusätzliche Maßnahmen nötig sein. Je nach Tiefe kommen eine Korrektur des Zahnfleischverlaufs oder das kieferorthopädische Herausbewegen des Zahns infrage.

Vertikale Wurzelfraktur

Solche Brüche verlaufen längs durch die Wurzel. Sie beginnen meist ohne deutliche Symptome; Aufbissempfindlichkeit, wiederkehrende Schwellungen, eine Fistel und eine tiefe Zahnfleischtasche an einer einzelnen Stelle des Zahns können auftreten. Die Diagnose kann schwierig sein und wird aus DVT und klinischer Untersuchung gemeinsam gestellt. Bei vertikalen Wurzelfrakturen ist der Zahnerhalt meist nicht möglich.

Was können Sie gegen Brüche tun?

Die definitive Versorgung nicht hinauszögern

Einen Zahn nach der Wurzelbehandlung lange mit einem Provisorium zu belassen, ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Brüche. Die definitive Restauration sollte so bald wie möglich erfolgen.

Höckerschützende Restauration

Bei Backenzähnen halten kauflächenüberdeckende Versorgungen wie Onlay oder Krone den Zahn zusammen, verteilen die Kräfte gleichmäßiger und helfen, das Bruchrisiko zu senken. Bei Frontzähnen mit geringem Substanzverlust reicht oft eine Füllung.

Vorsicht beim Einsatz von Stiften

Ein Wurzelstift stärkt den Zahn nicht, sondern gibt nur der Restauration Halt. Ein unnötiger oder zu dicker Stift kann die Wurzel schwächen. Er wird daher nur bei Bedarf und in passender Größe eingesetzt.

Alltagsgewohnheiten

  • Nicht auf Hartes beißen: Meiden Sie Eiswürfel, Nussschalen, Stifte und Kronkorken.
  • Pressen in den Griff bekommen: Haben Sie Anzeichen von Pressen oder Knirschen, fragen Sie nach einer Aufbissschiene.
  • Kontrollen wahrnehmen: Risse und Karies an Restaurationsrändern sollten früh erkannt werden.

Warnzeichen

Ein scharfer Schmerz an einer bestimmten Stelle beim Zubeißen auf einen wurzelbehandelten Zahn, das Gefühl, ein Teil des Zahns bewege sich, eine sichtbare Linie oder Lücke am Restaurationsrand und wiederkehrende Schwellungen um denselben Zahn sollten auf Riss oder Bruch untersucht werden. Bei früh erkannten Höckerrissen kann der Zahn mit einer passenden Restauration geschützt werden, bevor der Bruch fortschreitet.

Was passiert, wenn ein wurzelbehandelter Zahn bricht?

Ob ein gebrochener Zahn gerettet werden kann, hängt von Richtung und Tiefe des Bruchs ab. Bei Brüchen oberhalb des Zahnfleischrands lässt sich der Zahn oft restaurieren. Bei Brüchen, die längs durch die Wurzel verlaufen, werden Extraktion und anschließend Optionen wie Implantat oder Brücke besprochen. Bewahren Sie das abgebrochene Stück auf und kommen Sie möglichst bald in die Klinik – das erleichtert die Beurteilung.

Häufig gestellte Fragen

Die Hauptursache ist der Verlust von Zahnsubstanz durch Karies und frühere Restaurationen. Eine geeignete Restauration hilft, das Risiko zu senken.

Das ist eine verbreitete Annahme; aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass der eigentliche Faktor der Substanzverlust ist.

Das Frakturrisiko kann steigen, insbesondere bei Backenzähnen. Die Art der Restauration richtet sich nach dem Zustand des Zahnes.

Es können Beschwerden wie Empfindlichkeit beim Kauen, wiederkehrende Schwellungen und eine Fistel auftreten. Die Diagnose wird durch Untersuchung und Bildgebung gestellt.

Das hängt von Verlauf und Tiefe der Fraktur ab. Frakturen oberhalb des Zahnfleischs lassen sich oft restaurieren.

Schützen Sie Ihren wurzelbehandelten Zahn für viele Jahre.

Kontaktieren Sie uns für einen Termin, um den Zustand der Restaurationen und das Frakturrisiko Ihrer wurzelbehandelten Zähne beurteilen zu lassen. Lassen Sie uns in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik einen individuellen Schutzplan für Sie erstellen.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung. Restaurationswahl und Behandlungsplan werden nach der klinischen Beurteilung festgelegt.