Muss ein Zahn gezogen werden und ist ein Implantat geplant, lautet eine der häufigsten Fragen: Wann wird implantiert? Es gibt Situationen, in denen am Tag der Extraktion implantiert werden kann, und solche, in denen eine Wartezeit sinnvoller ist. Der Zeitpunkt hängt von vielen Faktoren ab: Grund der Extraktion, Zustand von Knochen und Zahnfleisch, Infektion und ästhetische Erwartungen. Wer die Optionen für den Zeitpunkt der Implantation nach dem Zahnziehen kennt, versteht den eigenen Behandlungsplan besser. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul planen wir Extraktion und Implantation gemeinsam mit dreidimensionaler Planung.
Was passiert nach der Extraktion im Knochen?
Nach dem Ziehen eines Zahns füllt sich die Alveole mit der Zeit mit Knochen; gleichzeitig wird der Knochen jedoch so umgebaut, dass er an Höhe und Breite verliert. Ein großer Teil dieses Verlusts geschieht in den ersten Monaten. Besonders im Frontzahnbereich kann die dünne Knochenwand an der Außenseite des Zahns leicht schwinden. Bei der Planung des Implantationszeitpunkts ist der Knochenerhalt daher ein wichtiges Thema.
Optionen für den Zeitpunkt
Sofortimplantation (am selben Tag)
Unmittelbar nach dem Ziehen wird das Implantat in derselben Sitzung in die Alveole gesetzt.
- Vorteile: kann Behandlungsdauer und Zahl der Eingriffe verringern; in geeigneten Fällen ist am selben Tag ein provisorischer Zahn möglich.
- Voraussetzungen: keine ausgeprägte, ausgedehnte Infektion im Extraktionsbereich, weitgehend intakte Knochenwände und ausreichende Primärstabilität des Implantats.
- Was zu beachten ist: Besonders im Frontzahnbereich können dünner Knochen und dünnes Zahnfleisch ästhetische Risiken bergen; eine sorgfältige Auswahl und Planung ist daher nötig.
Frühimplantation
Einige Wochen nach der Extraktion, wenn das Zahnfleisch verheilt und die Entzündung abgeklungen ist, wird das Implantat gesetzt. Auch wenn die Knochenheilung noch nicht abgeschlossen ist, erleichtert das geschlossene Zahnfleisch den Eingriff. Bei Bedarf kann gleichzeitig Knochenersatzmaterial eingebracht werden. Dieser Ansatz wird häufig bei entzündeten Zähnen oder wenn eine Sofortimplantation nicht geeignet ist gewählt.
Spätimplantation
Einige Monate nach der Extraktion, wenn die Knochenheilung weitgehend abgeschlossen ist, wird das Implantat gesetzt. Die vollständig verknöcherte Alveole macht den Implantationsbereich vorhersagbarer. Da der Knochenabbau in dieser Zeit jedoch weitergehen kann, ist mitunter ein zusätzlicher Knochenaufbau nötig. Eine Socket Preservation bei der Extraktion kann helfen, diesen Verlust zu begrenzen.
Welche Option geeignet ist, wird bei der Untersuchung vor der Extraktion festgelegt.
Was ist Socket Preservation?
Nach dem Ziehen des Zahns wird Knochenersatzmaterial in die Alveole eingebracht und mit einer schützenden Membran oder Zahnfleisch abgedeckt. Ziel ist es, den natürlichen Knochenverlust nach der Extraktion zu begrenzen und später ein für das Implantat günstigeres Knochenvolumen zu erhalten. Das Verfahren wird häufig angewendet, wenn nicht sofort implantiert werden kann, ein Implantat aber geplant ist.
Faktoren für den Zeitpunkt
- Infektion: Ausgeprägte Abszesse oder Eiteraustritt können eine Wartezeit erfordern.
- Zustand der Knochenwände: vor allem die Stabilität der vorderen Knochenwand.
- Region: Im Frontzahnbereich zählt die Ästhetik, im Seitenzahnbereich Wurzelzahl und Knochenvolumen.
- Zahnfleischdicke: Bei dünnem Zahnfleisch können die ästhetischen Risiken höher sein.
- Allgemeingesundheit: Diabetes, Rauchen und Medikamente können die Heilung beeinflussen.
- Ihre Erwartungen: Behandlungsdauer, Zahl der Besuche und ästhetische Prioritäten.
Werden diese Faktoren gemeinsam bewertet, kann der beste Zeitpunkt für jede Person unterschiedlich sein.
Warum wird langes Warten nicht empfohlen?
Jahrelanges Warten nach der Extraktion kann zu fortschreitendem Knochenabbau, zum Kippen der Nachbarzähne in die Lücke und zum Herauswachsen des Gegenzahns führen. Das kann den Platz für ein Implantat einschränken und den Bedarf an umfangreichem Knochenaufbau oder kieferorthopädischer Korrektur erhöhen. Mit der Extraktionsentscheidung sollte daher auch geplant werden, wann und wie der fehlende Zahn ersetzt wird.
Die Rolle der digitalen Planung
Die DVT zeigt die Dicke der Knochenwände um den zu ziehenden Zahn, das Ausmaß einer Infektion an der Wurzelspitze und die Beziehung zu anatomischen Strukturen im Detail. Bei DijiDent beurteilen wir anhand dieser Daten vor der Extraktion, welcher Zeitpunkt für Sie geeignet ist, und treffen die Entscheidung gemeinsam anhand der Aufnahmen. Bei geplanter Sofortimplantation fällt die endgültige Entscheidung nach der Extraktion, wenn Knochenzustand und Implantatstabilität beurteilt sind.
Für Patientinnen und Patienten aus dem Ausland
Bei Patientinnen und Patienten mit begrenzter Aufenthaltsdauer in der Türkei kann eine Sofortimplantation in geeigneten Fällen die Zahl der Besuche verringern. Ist sie nicht geeignet, kann die Extraktion mit Socket Preservation erfolgen und das Implantat für den nächsten Besuch geplant werden. Werden vorab Aufnahmen übermittelt, lassen sich diese Optionen im Voraus beurteilen.
Häufig gestellte Fragen
In geeigneten Fällen am selben Tag; in anderen Fällen nach einigen Wochen oder Monaten.
Das hängt vom Ausmaß der Entzündung ab; bei starken Entzündungen wird meist abgewartet.
Sie kann empfohlen werden, um den Knochenabbau zu begrenzen, wenn das Implantat nicht sofort, aber später geplant ist.
Durch Knochenabbau und wandernde Nachbarzähne können sich die Optionen verringern und zusätzliche Eingriffe nötig werden.
Nein. Die Entscheidung hängt von Knochensituation, Entzündung und Implantatstabilität ab.
Planen wir Zahnentfernung und Implantat gemeinsam.
Kontaktieren Sie uns für einen Termin, um den passenden Zeitpunkt für Zahnentfernung und Implantat zu erfahren. Planen wir Ihre Behandlung gemeinsam dreidimensional in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung. Der Zeitpunkt der Implantation ist individuell verschieden und wird nach der klinischen Beurteilung festgelegt.


