Ein verlagerter (retinierter) Zahn ist ein Zahn, der trotz Erreichen des normalen Durchbruchszeitpunkts im Kieferknochen oder Zahnfleisch verbleibt und seinen Platz im Mund nicht einnimmt. Am häufigsten betrifft das Weisheitszähne, danach obere Eckzähne. Verlagerte Zähne werden oft zufällig auf einem Routine-Röntgenbild entdeckt und machen mitunter keinerlei Beschwerden. Die häufigste Frage ist dann, ob die Entfernung wirklich nötig ist. Wer weiß, was passiert, wenn ein verlagerter Zahn nicht entfernt wird, kann bewusst zwischen Entfernung und Beobachtung entscheiden. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul beurteilen wir verlagerte Zähne mit dreidimensionaler Bildgebung.
Warum bleiben Zähne verlagert?
- Platzmangel: Der häufigste Grund ist, dass der Kiefer nicht groß genug für den Durchbruch aller Zähne ist.
- Abweichende Lage oder Neigung: Der Zahn entwickelt sich waagerecht oder in falscher Richtung.
- Hindernisse: persistierende Milchzähne, überzählige Zähne oder Zysten.
- Dicker Knochen oder dickes Zahnfleisch: Der Durchbruchsweg ist verschlossen.
- Genetische Faktoren: Eine familiäre Veranlagung kann eine Rolle spielen.
Was kann passieren, wenn ein verlagerter Zahn nicht entfernt wird?
Viele verlagerte Zähne bleiben jahrelang ohne Probleme. In manchen Fällen können sich mit der Zeit jedoch verschiedene Probleme entwickeln:
Perikoronitis (Zahnfleischentzündung)
Unter dem Zahnfleisch, das teilweise durchgebrochene Zähne bedeckt, können sich Speisereste und Bakterien sammeln und wiederkehrende Entzündungen, Schmerzen, Schwellungen und eine eingeschränkte Mundöffnung verursachen.
Karies und Wurzelresorption am Nachbarzahn
Zwischen einem schräg verlagerten Weisheitszahn und dem zweiten Backenzahn kann ein nicht zu reinigender Bereich entstehen. Dort entstehende Karies kann den gesunden Nachbarzahn gefährden. Der Druck des verlagerten Zahns kann zudem Resorptionen an der Wurzel des Nachbarzahns verursachen.
Zysten und Tumoren
Der Zahnsack um die Krone eines verlagerten Zahns kann sich mit der Zeit erweitern und eine Zyste bilden. Zysten wachsen meist schmerzlos und können Knochenverlust und Verschiebungen der Nachbarzähne verursachen. Selten können auch tumorähnliche Veränderungen auftreten.
Zahnfleischerkrankung
Um den Weisheitszahn können tiefe Taschen und Knochenabbau entstehen, die auch den Halt des Nachbarzahns beeinträchtigen.
Probleme mit Zahnersatz
In zahnlosen Kiefern kann ein zuvor im Knochen liegender verlagerter Zahn durch Knochenabbau an die Oberfläche gelangen und unter dem Druck der Prothese Probleme verursachen.
Risiko eines Kieferbruchs
Große verlagerte Zähne im Unterkiefer können den Knochen schwächen und bei einem Unfall das Bruchrisiko erhöhen.
Verlagerte Eckzähne
Obere Eckzähne sind ästhetisch und funktionell sehr wichtig. Bei verlagerten Eckzähnen wird meist nicht die Entfernung, sondern das kieferorthopädische Einordnen in den Zahnbogen angestrebt. Dazu wird der Zahn chirurgisch freigelegt, ein kleines Attachment aufgeklebt und der Zahn mit kieferorthopädischen Kräften langsam an seinen Platz bewegt. Eine frühe Diagnose erhöht die Erfolgsaussichten; regelmäßige Kontrollen im Kindesalter sind daher wichtig.
Entfernen oder beobachten?
Die Entscheidung ist individuell und hängt von folgenden Faktoren ab:
- Beschwerden: Schmerzen, Schwellung oder wiederkehrende Entzündung.
- Röntgenbefunde: Zyste, Schaden am Nachbarzahn oder Knochenabbau.
- Lage des Zahns: vollständig im Knochen oder mit Verbindung zur Mundhöhle?
- Alter: Bei jungen Menschen sind die Wurzeln oft noch nicht ausgebildet, und die Heilung verläuft meist schneller.
- Chirurgische Risiken: Nähe zu Nerv und Kieferhöhle.
- Allgemeingesundheit: Allgemeinerkrankungen im höheren Alter.
Vollständig im Knochen liegende, symptomlose verlagerte Zähne ohne krankhafte Befunde können – besonders bei hohem chirurgischem Risiko – mit regelmäßigen Röntgenkontrollen beobachtet werden. Fällt die Entscheidung für die Beobachtung, sollten die Kontrollen nicht versäumt werden.
Wenn beobachtet wird
Wird der verlagerte Zahn beobachtet statt entfernt, erfolgen in bestimmten Abständen klinische Untersuchungen und Röntgenkontrollen. Dabei wird geprüft, ob sich eine Zyste bildet, sich am Nachbarzahn etwas verändert oder Knochen abgebaut wird. Bemerken Sie in dieser Zeit Schmerzen, Schwellungen, schlechten Geschmack oder Gefühlsveränderungen im Kieferbereich, kommen Sie bitte, ohne den Kontrolltermin abzuwarten.
Alter und Zeitpunkt
Ist eine Entfernung nötig, verläuft die Heilung in jungen Jahren meist schneller, und das Komplikationsrisiko kann geringer sein. Mit zunehmendem Alter wird der Knochen dichter, und die Heilung kann länger dauern. Bei Zähnen mit hohem Problempotenzial ist daher der richtige Zeitpunkt wichtig.
Die Bedeutung der dreidimensionalen Beurteilung
Lage, Wurzelform und Lagebeziehung verlagerter Zähne zu benachbarten Strukturen lassen sich mit der DVT detailliert beurteilen. Bei DijiDent sehen wir uns diese Aufnahmen gemeinsam mit Ihnen am Bildschirm an und erläutern offen die Gründe für Entfernung oder Beobachtung.
Häufig gestellte Fragen
Nicht immer. Zähne ohne Beschwerden und ohne krankhaften Befund können in manchen Situationen beobachtet werden; die Entscheidung wird nach einer Untersuchung getroffen.
In manchen Situationen kann sich um einen verlagerten Zahn eine Zyste entwickeln. Regelmäßige Kontrollen sind in dieser Hinsicht wichtig.
In der Regel wird statt einer Entfernung angestrebt, ihn mit einer kieferorthopädischen Behandlung an seinen Platz zu bringen.
Ja; die Heilung kann jedoch länger dauern, und der allgemeine Gesundheitszustand wird sorgfältig beurteilt.
In manchen Situationen kann er am Nachbarzahn zu Karies oder Wurzelresorption führen.
Treffen wir gemeinsam die richtige Entscheidung für Ihren verlagerten Zahn.
Kontaktieren Sie uns für einen Termin, um zu erfahren, ob Ihr verlagerter Zahn entfernt oder beobachtet werden sollte. Lassen Sie Ihre dreidimensionale Untersuchung in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik durchführen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung. Die Entscheidung für Entfernung oder Beobachtung fällt nach klinischer und radiologischer Beurteilung.


