Parodontologie

Zahnimplantate bestehen aus Materialien wie Titan oder Zirkonoxid und bekommen daher keine Karies – das heißt aber nicht, dass sie keine Pflege brauchen. Zahnfleisch und Knochen rund um das Implantat können wie bei natürlichen Zähnen von bakterieller Plaque betroffen sein. Die Zahnfleischgesundheit rund um Implantate ist einer der entscheidenden Faktoren dafür, dass ein Implantat viele Jahre seine Funktion erfüllt. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul bieten wir unseren Patientinnen und Patienten auch nach der Implantatbehandlung regelmäßige Nachsorge und einen persönlichen Pflegeplan.

Warum ist das Gewebe um Implantate empfindlich?

Beim natürlichen Zahn liegt zwischen Wurzel und Knochen ein Bindegewebe, der Zahnhalteapparat. Es ist reich an Blutgefäßen und trägt zur Abwehr bei. Beim Implantat fehlt dieses Zwischengewebe; das Implantat verwächst direkt mit dem Knochen. Auch die Verbindung zwischen Zahnfleisch und Implantat ist anders aufgebaut als beim natürlichen Zahn. Aufgrund dieser Unterschiede kann eine Entzündung am Implantat in manchen Fällen schneller fortschreiten.

Ein Prozess in zwei Stufen: Mukositis und Periimplantitis

Periimplantäre Mukositis

Sie ist eine Entzündung des Weichgewebes um das Implantat und zeigt sich durch Rötung, Schwellung und Blutung beim Putzen oder bei der Sondierung. In dieser Phase besteht kein Knochenverlust. Sie lässt sich mit der Gingivitis bei natürlichen Zähnen vergleichen und ist bei früher Erkennung durch professionelle Reinigung und verbesserte häusliche Pflege meist umkehrbar.

Periimplantitis

Im fortgeschrittenen Stadium hat sich die Entzündung auf den Knochen ausgebreitet, der das Implantat trägt. Es kann zu Knochenabbau, tieferen Taschen, mitunter Eiteraustritt und Zahnfleischrückgang kommen. Anfangs bestehen oft keine Schmerzen – deshalb sind regelmäßige Kontrollen für die Früherkennung wichtig. Unbehandelt kann der Halt des Implantats abnehmen.

Risikofaktoren

  • Unzureichende Mundpflege: Plaque am Implantat ist die grundlegende Ursache der Entzündung.
  • Parodontitis in der Vorgeschichte: Wer früher eine Zahnfleischerkrankung hatte, hat möglicherweise ein höheres Risiko für Probleme am Implantat.
  • Rauchen: beeinträchtigt Durchblutung und Heilung und erhöht das Risiko.
  • Schlecht eingestellter Diabetes: kann die Infektabwehr und die Gewebeheilung schwächen.
  • Schwer zu reinigender Zahnersatz: Zahnersatz, unter den man nicht gelangt, begünstigt Plaqueansammlung.
  • Versäumte Kontrolltermine: Frühe Anzeichen werden übersehen.

Einige dieser Risikofaktoren lassen sich beeinflussen. Mit dem Rauchen aufzuhören, den Blutzucker gut einzustellen und die tägliche Pflege nicht schleifen zu lassen, sind die wirksamsten Schritte, die Patientinnen und Patienten selbst in der Hand haben.

Auf welche Anzeichen sollten Sie achten?

Blutungen beim Putzen am Implantat, Rötung oder Schwellung des Zahnfleischs, schlechter Geschmack oder Geruch, ein zurückweichendes Zahnfleisch, das die Implantatoberfläche sichtbar werden lässt, und Beschwerden beim Kauen sind Zeichen, die zahnärztlich abgeklärt werden sollten. Auch ein Lockerungsgefühl des Zahnersatzes auf dem Implantat sollte gesondert untersucht werden.

Wie pflegen Sie Ihr Implantat zu Hause?

  • Zähneputzen: Putzen Sie zweimal täglich mit einer weichen Bürste und achten Sie besonders auf den Übergang zwischen Zahnfleisch und Implantat.
  • Zwischenraumreinigung: Reinigen Sie das Implantat täglich mit passenden Interdentalbürsten, Implantat-Zahnseide oder den empfohlenen Spezialhilfsmitteln.
  • Einbüschelbürste: ermöglicht eine gezielte Reinigung schwer erreichbarer Flächen.
  • Munddusche: kann besonders bei Brücken und implantatgetragenem Zahnersatz für einen ganzen Kiefer als Hilfsmittel empfohlen werden.

Gestaltung des Zahnersatzes und Reinigbarkeit

Die Gesundheit rund um das Implantat hängt nicht nur vom chirurgischen Eingriff ab, sondern auch eng von der Gestaltung des Zahnersatzes darauf. Die Form im Übergang zum Zahnfleisch bestimmt, ob Interdentalbürste oder Zahnseide diesen Bereich erreichen können. Bei DijiDent zählen wir bei der Planung von implantatgetragenem Zahnersatz neben Ästhetik und Kaufunktion auch die Reinigbarkeit zu unseren Bewertungskriterien.

Bei implantatgetragenem Zahnersatz für einen ganzen Kiefer sind manche Systeme so konstruiert, dass sie in der Praxis abgenommen und gereinigt werden können. Bei solchen Versorgungen kann es nötig sein, den Zahnersatz bei den regelmäßigen Kontrollen abzunehmen und sowohl das Implantatumfeld als auch die Unterseite zu reinigen. Welche Hilfsmittel Sie je nach Art Ihres Zahnersatzes zu Hause verwenden sollten, zeigen wir Ihnen bei der Eingliederung ausführlich.

Nachsorge und Behandlung in der Praxis

Nach Abschluss der Implantatbehandlung werden bei regelmäßigen Kontrollen die Taschentiefen um das Implantat gemessen, Blutungen dokumentiert und bei Bedarf das Knochenniveau anhand von Röntgenbildern verglichen. Für die professionelle Reinigung kommen auf die Implantatoberfläche abgestimmte Spezialinstrumente zum Einsatz. Der Kontrollabstand wird je nach Risikofaktoren, Mundpflege und Art des Zahnersatzes zahnärztlich festgelegt.

Im Stadium der Mukositis reichen meist eine professionelle Reinigung und verbesserte häusliche Pflege. Bei Periimplantitis kommen Reinigung, antiseptische Maßnahmen und in geeigneten Fällen chirurgische Verfahren infrage. Die Wahl der Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß des Knochenverlusts und dem Zustand des Implantats.

Für unsere Patientinnen und Patienten aus dem Ausland

Wer sich in der Türkei mit Implantaten versorgen lässt und in einem anderen Land lebt, erhält Implantatdaten, Aufnahmen und eine Behandlungszusammenfassung. Diese Unterlagen erleichtern Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt vor Ort die Fortführung der Nachsorge.

Häufig gestellte Fragen

Nein, das Implantatmaterial kann nicht kariös werden. Zahnfleisch und Knochen um das Implantat können sich jedoch durch bakterielle Plaque entzünden.

Nein. Bluten ist meist ein Zeichen einer Weichgewebsentzündung und sollte untersucht werden.

Bei frühem Eingreifen ist das Ziel, die Entzündung unter Kontrolle zu bringen. Umfang und Ergebnis der Behandlung hängen vom Ausmaß des Knochenverlusts ab.

Das Kontrollintervall wird individuell festgelegt. Bei Risikofaktoren können häufigere Kontrollen empfohlen werden.

Rauchen ist ein wichtiger Risikofaktor, der die Gesundheit des Gewebes um Implantate beeinträchtigen kann. Für die langfristige Gesundheit wird ein Rauchstopp empfohlen.

Mit guter Pflege begleitet Sie Ihr Implantat viele Jahre.

Kontaktieren Sie uns für einen Termin, um das Gewebe um Ihr Implantat kontrollieren zu lassen und Ihren persönlichen Pflegeplan zu erstellen. Lassen Sie Ihre Implantate regelmäßig in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik kontrollieren.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung. Behandlungsansatz und Kontrollabstände werden individuell zahnärztlich festgelegt.