Parodontologie

Diabetes ist eine chronische Erkrankung, die viele Organsysteme betrifft – auch die Gewebe im Mund. In der Zahnmedizin ist dies einer der am intensivsten untersuchten Zusammenhänge mit der Allgemeingesundheit. Die Beziehung zwischen Diabetes und Zahnfleisch wird nicht als Einbahnstraße, sondern als Wechselbeziehung beschrieben. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul berücksichtigen wir diesen Zusammenhang bei der Behandlungsplanung für Patientinnen und Patienten mit Diabetes.

Was bedeutet Wechselbeziehung?

Ein schlecht eingestellter Blutzucker kann die Heilungsreaktion und die Immunabwehr des Gewebes beeinträchtigen. Daher wird berichtet, dass Parodontitis bei Menschen mit Diabetes häufiger auftritt und schneller fortschreiten kann.

Die andere Richtung ist weniger bekannt: Es wird untersucht, ob eine fortgeschrittene Parodontitis die allgemeine Entzündungslast im Körper erhöht und so die Blutzuckereinstellung erschweren kann. In einigen Studien wurden nach einer Parodontitisbehandlung Verbesserungen von Stoffwechselwerten berichtet.

Diese Befunde beschreiben einen Zusammenhang; eine Parodontitisbehandlung ist keine Diabetestherapie. Sie zeigen aber, dass Zahnfleischgesundheit ein Teil des Diabetesmanagements ist, der nicht übersehen werden sollte.

Häufige Befunde im Mund bei Diabetes

  • Zahnfleischentzündung und Bluten: können ausgeprägter und hartnäckiger verlaufen.
  • Mundtrockenheit: Weniger Speichel erhöht das Karies- und Entzündungsrisiko.
  • Verzögerte Heilung: Nach Extraktionen und chirurgischen Eingriffen kann die Heilung länger dauern.
  • Pilzinfektionen: besonders bei Prothesenträgerinnen und -trägern häufiger.
  • Geschmacksveränderungen: werden von manchen Betroffenen berichtet.
  • Neigung zu Abszessen: Infektionen können sich leichter ausbreiten.

Die Bedeutung der Einstellung

Entscheidend ist nicht die Diagnose Diabetes an sich, sondern wie gut der Blutzucker eingestellt ist. Bei gut eingestellten Patientinnen und Patienten unterscheiden sich die Befunde im Mund oft kaum von denen ohne Diabetes. Bei schlechter Einstellung steigt dagegen das Risiko.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie bei der Untersuchung Ihre aktuellen Blutzuckerwerte und Ihre Medikamente angeben. Diese Informationen ermöglichen die Behandlungsplanung und bei Bedarf die Abstimmung mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.

Die Frühwarnfunktion der zahnärztlichen Untersuchung

Bei manchen Menschen zeigen sich Befunde im Mund, bevor ein Diabetes diagnostiziert ist. Treten eine therapieresistente Zahnfleischentzündung, wiederkehrende Abszesse, schlecht heilende Wunden und ausgeprägte Mundtrockenheit gemeinsam auf, kann Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt eine Blutzuckerabklärung empfehlen. Das ist keine Diagnose, sondern ermöglicht die Überweisung an die zuständige Ärztin oder den zuständigen Arzt. Dieser Aspekt regelmäßiger Zahnkontrollen wird oft übersehen.

Worauf bei der Behandlungsplanung geachtet wird

Eine Parodontitisbehandlung ist bei Diabetes möglich und sollte durchgeführt werden. Bei der Planung achten wir darauf, den Termin zu einer günstigen Tageszeit zu legen, Mahlzeiten- und Medikamentenrhythmus nicht zu stören, vor chirurgischen Eingriffen die Einstellung zu prüfen und die Heilungsphase engmaschiger zu begleiten.

Wir empfehlen, vor dem Termin keine Mahlzeit auszulassen – das hilft, eine Unterzuckerung während der Behandlung zu vermeiden. Wenn Sie sich unwohl fühlen, sagen Sie bitte sofort Bescheid.

Sind Implantate möglich?

Diabetes allein ist kein absolutes Hindernis. Entscheidend sind die Stoffwechseleinstellung, die Zahnfleischgesundheit und die Knochensituation. Bei gut eingestellten Patientinnen und Patienten ist eine Implantatbehandlung in vielen Fällen möglich; die Heilung wird jedoch sorgfältiger überwacht und die Pflegeanforderungen werden ausführlicher erklärt.

Bei Kindern und Jugendlichen

Auch bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes treten Zahnfleischbefunde Berichten zufolge häufiger auf. In dieser Altersgruppe werden regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sowohl zur Kariesüberwachung als auch für die Zahnfleischgesundheit empfohlen. Gut informierte Eltern können ihren Kindern früh die richtigen Gewohnheiten vermitteln.

Nachsorgeprogramm

Bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes werden die Kontrollabstände in der Regel enger gesetzt. Eine früh erkannte Entzündung ist sowohl für die Mund- als auch für die Allgemeingesundheit von Vorteil. Nehmen Sie die regelmäßigen Kontrollen daher auch ohne Beschwerden wahr.

Häufig gestellte Fragen

Ja. Die Planung erfolgt unter Berücksichtigung Ihrer Stoffwechseleinstellung und Ihrer Medikamente.

Einige Studien berichten über positive Effekte; es handelt sich jedoch nicht um eine Diabetesbehandlung.

Mehr Flüssigkeit zu trinken und von Ihrem Zahnarzt empfohlene Produkte können helfen.

Ja. Ihre Stoffwechseleinstellung wird beurteilt und bei Bedarf wird Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt gehalten.

Meist werden kürzere Intervalle empfohlen; die Häufigkeit legt Ihr Zahnarzt fest.

Zahnfleischgesundheit ist ein Teil des Diabetesmanagements.

Lassen Sie uns Ihre Mundgesundheit regelmäßig beurteilen und ein individuelles Programm für Sie erstellen. Kontaktieren Sie uns für einen Termin; lassen Sie uns Ihre Nachsorge in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik planen.

Termin vereinbaren

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Diabetesbehandlung. Besprechen Sie Medikamente und Ernährung bitte mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.