Zahnentfernung und Oralchirurgie

Immer mehr Menschen nehmen Blutverdünner ein – etwa wegen Herzrhythmusstörungen, Herzklappenerkrankungen, Gefäßverschlüssen, Stents oder früherer Thrombosen. Steht bei ihnen eine Zahnentfernung an, ist die größte Sorge das Blutungsrisiko. Ein eigenmächtiges Absetzen des Blutverdünners kann jedoch wegen des Risikos von Gerinnseln und Schlaganfall weitaus gefährlicher sein. Das Zahnziehen unter Blutverdünnern lässt sich mit richtiger Planung und lokalen Maßnahmen in den meisten Fällen sicher durchführen. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul planen wir die Behandlung dieser Patientinnen und Patienten in Zusammenarbeit mit ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten.

Warum werden Blutverdünner eingenommen?

Diese Medikamente verringern die Gerinnungsneigung des Blutes und helfen, ernste Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßverschlüsse zu verhindern. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Gruppen:

  • Thrombozytenaggregationshemmer: Medikamente wie ASS oder Clopidogrel, die das Verklumpen der Blutplättchen verringern.
  • Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien): Vitamin-K-Antagonisten und neuere orale Antikoagulanzien, die auf die Gerinnungsfaktoren wirken.

Die wichtigste Regel: Setzen Sie Ihr Medikament nicht eigenmächtig ab

Ein eigenmächtiges Absetzen oder eine Dosisänderung kann lebensbedrohliche Folgen wie Gerinnselbildung, Schlaganfall oder Herzinfarkt haben. Nach heutigem Stand lassen sich viele einfache Extraktionen ohne Absetzen der Medikation mit lokalen Blutstillungsmaßnahmen sicher durchführen. Ob eine Anpassung des Medikaments nötig ist, entscheidet ausschließlich die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt.

Vorbereitung vor der Extraktion

  • Vollständige Medikamentenliste: Nennen Sie alle Medikamente mit Dosis und Einnahmezeiten.
  • Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt: Bei Bedarf wird gemeinsam mit Kardiologie oder zuständiger Fachrichtung ein Plan erstellt.
  • Aktuelle Laborwerte: Bei Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten ist ein kurz vor der Extraktion bestimmter INR-Wert wichtig.
  • Weitere Erkrankungen: Leber- und Nierenerkrankungen sowie frühere Blutungen werden berücksichtigt.
  • Terminwahl: Meist werden Vormittage und die ersten Wochentage bevorzugt, damit die Klinik bei Problemen leicht erreichbar ist.

Vitamin-K-Antagonisten und INR

Bei Vitamin-K-Antagonisten zeigt der INR-Wert, wie stark das Blut verdünnt ist. Der für eine Extraktion geeignete INR-Bereich wird je nach Umfang des Eingriffs und Ihrem Zustand beurteilt. Liegt Ihr INR deutlich über dem Zielbereich, kann die Extraktion verschoben und mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt Rücksprache gehalten werden.

Neuere orale Antikoagulanzien

Bei diesen Medikamenten ist keine INR-Kontrolle nötig. In manchen Fällen kann erwogen werden, den Eingriff auf einen Zeitpunkt mit geringerer Wirkstoffwirkung zu legen; auch solche zeitlichen Anpassungen dürfen jedoch nur mit Zustimmung der zuständigen Ärztin oder des zuständigen Arztes erfolgen.

Bei Herzklappenprothesen oder bestimmten Herzerkrankungen können vor der Extraktion zusätzlich infektionsvorbeugende Maßnahmen erwogen werden; diese Entscheidung wird gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt getroffen.

Maßnahmen während der Extraktion

  • Schonende, atraumatische Technik: Es wird möglichst gewebeschonend gearbeitet.
  • Lokale Hämostyptika: Gerinnungsfördernde Materialien können in die Alveole eingebracht werden.
  • Naht: Das Annähern der Wundränder unterstützt die Blutstillung.
  • Druck und Tupfer: Druck nach der Extraktion fördert die Gerinnselbildung.
  • Extraktion in Etappen: Sollen mehrere Zähne entfernt werden, kann dies auf mehrere Sitzungen verteilt werden.
  • Beobachtung: Nach der Extraktion wird die Blutung eine Zeit lang in der Klinik kontrolliert.

Was zu Hause zu beachten ist

  • Tupfer: Beißen Sie für die empfohlene Zeit gleichmäßig auf den Gazetupfer.
  • Spülen und Ausspucken: Am ersten Tag nicht kräftig spülen oder ausspucken.
  • Heiße Speisen: Am ersten Tag kalte und lauwarme Speisen bevorzugen.
  • Schmerzmittel: Manche Schmerzmittel können das Blutungsrisiko erhöhen; nehmen Sie nur das zahnärztlich empfohlene Schmerzmittel.
  • Körperliche Aktivität: In den ersten Tagen Anstrengung vermeiden.
  • Blutstillende Mundspülung: In manchen Fällen kann zahnärztlich eine blutstillende Mundspülung verordnet werden.

Wann sollten Sie sich melden?

Bei aktiver Blutung trotz korrektem Andrücken, wenn sich der Mund rasch mit Blut füllt, bei deutlicher Blutung nach einigen Tagen, bei Schwindel oder Schwäche wenden Sie sich an Ihre Klinik. Bei nicht beherrschbarer Blutung suchen Sie die nächste Notaufnahme auf oder wählen Sie den Notruf 112 – und nennen Sie unbedingt Ihr Medikament.

Pflanzliche Präparate und andere Medikamente

Auch manche pflanzlichen Produkte und Nahrungsergänzungsmittel können die Blutungsneigung erhöhen oder mit Blutverdünnern wechselwirken. Teilen Sie daher auch pflanzliche Produkte, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel mit. Fragen Sie nach der Extraktion nach, bevor Sie ein neues Medikament oder Präparat einnehmen.

Teamarbeit

Eine sichere Extraktion unter Blutverdünnern gelingt durch die Zusammenarbeit von Zahnärztin oder Zahnarzt, der Ärztin oder dem Arzt, die bzw. der die Medikation steuert, und der Patientin oder dem Patienten. Bei DijiDent planen wir diese Extraktionen in Abstimmung mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten und setzen die lokalen Blutstillungsmaßnahmen sorgfältig um.

Häufig gestellte Fragen

Ja. In vielen Fällen kann die Extraktion ohne Absetzen des Medikaments mit lokalen Maßnahmen zur Blutstillung sicher durchgeführt werden.

Setzen Sie sie nicht eigenmächtig ab. Ist eine Anpassung notwendig, entscheidet darüber ausschließlich der Arzt, der das Medikament verordnet hat.

Der geeignete Wert wird je nach Umfang des Eingriffs und Zustand der Patientin bzw. des Patienten beurteilt; teilen Sie Ihrem Zahnarzt Ihren aktuellen INR-Wert mit.

In der Regel ja; die Blutung lässt sich mit lokalen Maßnahmen unter Kontrolle bringen.

Einige Schmerzmittel können das Blutungsrisiko erhöhen; nehmen Sie nur das von Ihrem Zahnarzt empfohlene Medikament ein.

Eine sichere Extraktion gelingt im Team.

Wenn Sie Blutverdünner einnehmen und einen Zahn ziehen lassen müssen, kontaktieren Sie uns für einen Termin, um einen sicheren Plan zu erstellen. Planen wir Ihre Behandlung in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik gemeinsam mit Ihren Ärzten.

Termin vereinbaren

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung. Setzen Sie Blutverdünner nicht ab und ändern Sie nicht die Dosis; diese Entscheidung kann nur die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt treffen.