Parodontologie

In den letzten Jahren wird immer häufiger über die Zusammenhänge zwischen Mund- und Allgemeingesundheit gesprochen. Eines der Themen, das dabei am meisten Aufmerksamkeit erhält, ist die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Allerdings kursieren hierzu sowohl übertriebene als auch lückenhafte Informationen. Wer den Zusammenhang zwischen Zahnfleisch und Herzgesundheit richtig versteht, kann die nötigen Vorkehrungen treffen, ohne sich unnötig zu sorgen. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul behandeln wir dieses Thema mit Augenmaß.

Was sagt die Wissenschaft?

Zwischen fortgeschrittener Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird ein statistischer Zusammenhang beschrieben. Als Mechanismen werden diskutiert, dass chronische Entzündung die allgemeine Entzündungslast im Körper erhöht und Bakterien aus dem Mund in den Blutkreislauf gelangen können.

Dabei gibt es jedoch eine wichtige Grenze: Ein nachgewiesener Zusammenhang beweist nicht, dass das eine das andere verursacht. Beide Erkrankungen teilen gemeinsame Risikofaktoren: Rauchen, Diabetes, Alter, Ernährungsgewohnheiten und sozioökonomische Faktoren. Absolute Aussagen wie „Zahnfleischerkrankungen verursachen Herzinfarkte“ sind wissenschaftlich daher nicht gestützt.

Vernünftig ist dagegen dieser Ansatz: Einen chronischen Entzündungsherd zu behandeln, ist in jedem Fall sinnvoll. Die Pflege Ihres Zahnfleischs ist keine Therapie für Ihr Herz – aber ein sinnvoller Schritt für Ihre Allgemeingesundheit.

Zahnbehandlung bei Herzpatienten

Das ist der eigentliche praktische Punkt. Bei Herzerkrankungen ist eine Zahnbehandlung möglich; bei der Planung werden jedoch einige Aspekte berücksichtigt.

Informationen teilen

Bringen Sie zur Untersuchung Ihre Diagnosen, bisherigen Eingriffe und eine aktuelle Liste Ihrer Medikamente mit. Bei Bedarf erfolgt die Planung in Abstimmung mit Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen.

Gerinnungshemmende Medikamente

Setzen Sie diese Medikamente nicht eigenmächtig ab. Das Absetzen kann ernstere Folgen haben als das Blutungsrisiko. Heute lassen sich viele zahnärztliche Eingriffe unter fortgesetzter Medikation und mit lokalen Blutstillungsmaßnahmen sicher durchführen. Die Entscheidung wird gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt getroffen.

Antibiotikaprophylaxe

Bei bestimmten Herzerkrankungen kann vor einigen zahnärztlichen Eingriffen eine vorbeugende Antibiotikagabe infrage kommen. Früher wurde sie einem deutlich größeren Patientenkreis verabreicht, heute ist sie auf bestimmte Risikogruppen beschränkt. Ob sie bei Ihnen angezeigt ist, wird anhand Ihrer Diagnose und nach Rücksprache mit Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen entschieden. Nehmen Sie hierzu keine Medikamente auf eigene Faust ein.

Terminplanung

Wir achten darauf, Stress zu reduzieren, den Termin zu einer günstigen Uhrzeit anzusetzen und die Behandlung nicht länger als nötig zu gestalten. Wenn Sie sich während der Behandlung unwohl fühlen, sagen Sie es bitte sofort.

Blutdruck und Überwachung während der Behandlung

Bei Herz- und Blutdruckerkrankungen kann vor der Behandlung der Blutdruck gemessen werden. Zudem werden Zusammensetzung und Dosis des Betäubungsmittels Ihrem Zustand entsprechend gewählt. Diese Details sind Standardschritte für eine sichere Behandlung und kein Grund zur Sorge.

Kürzlich erfolgte Eingriffe

Hatten Sie kürzlich einen Herzinfarkt, eine Stentimplantation oder eine Herzoperation, kann empfohlen werden, mit nicht dringenden zahnärztlichen Eingriffen eine bestimmte Zeit zu warten. Diesen Zeitraum legen wir gemeinsam mit Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen fest. Bei einer akuten Infektion wird die Behandlung jedoch nicht aufgeschoben, sondern unter Berücksichtigung der Umstände durchgeführt.

Infektionen an Zähnen und Zahnfleisch

Bei Herzerkrankungen erfordern unbehandelte Zahn- und Zahnfleischinfektionen besondere Aufmerksamkeit. Ein chronischer Infektionsherd kann vor geplanten Herzeingriffen zum Problem werden. Vor einer geplanten Herzoperation wird daher oft eine Beurteilung der Mundgesundheit verlangt – diese sollte nicht verzögert werden.

Was sollten Sie tun?

Die praktischen Empfehlungen sind klar: Lassen Sie Ihre Zahnfleischgesundheit regelmäßig kontrollieren, verringern Sie gemeinsame Risikofaktoren (vor allem das Rauchen), halten Sie chronische Erkrankungen gut eingestellt und sorgen Sie selbst für den Informationsfluss zwischen Zahnärztin oder Zahnarzt und Kardiologie. Eine Medikamentenliste immer bei sich zu tragen, ist der einfachste Weg dazu.

Häufig gestellte Fragen

Bei den meisten aktuellen Geräten wurden keine Probleme berichtet; teilen Sie Ihren Zustand dennoch unbedingt mit.

Ein Zusammenhang wird berichtet; ein direkter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ist jedoch nicht bewiesen.

Nein, setzen Sie ihn nicht eigenmächtig ab. Die Entscheidung wird gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt getroffen.

Nein. Sie kommen nur bei bestimmten Risikogruppen in Betracht.

Bei richtiger Planung kann sie sicher durchgeführt werden; es genügt, wenn Sie Ihren Zustand mitteilen.

Ein solches Behandlungsversprechen kann nicht gegeben werden; die Beseitigung eines Entzündungsherdes ist jedoch für die Allgemeingesundheit von Nutzen.

Informationsaustausch ist die Grundlage einer sicheren Behandlung.

Wenn Sie eine chronische Erkrankung haben, bringen Sie Ihre Medikamentenliste zur Kontrolle mit. Kontaktieren Sie uns für einen Termin; lassen Sie uns die Planung in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik gemeinsam vornehmen.

Termin vereinbaren

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine kardiologische Behandlung. Ändern Sie Ihre Medikation nicht ohne Rücksprache mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.