Bei vielen Patienten, die ein ästhetisches Lächeln anstreben, liegt das Problem nicht nur in einem Bereich. Neben der Zahnstellung kann auch die Form ungünstig sein, oder es gibt neben unregelmäßigem Zahnfleischverlauf fehlende Zähne. In solchen Fällen ist mit einer einzigen Behandlung kein Ergebnis zu erzielen. Das Zusammenspiel von Kieferorthopädie und ästhetischer Behandlung führt in der richtigen Reihenfolge zu einem schonenderen und dauerhafteren Ergebnis. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul gestalten wir diese Planung von Anfang an ganzheitlich.
Grundprinzip: erst die Position, dann die Form
Wo ein Zahn steht und wie er aussieht, sind zwei verschiedene Probleme, die verschiedene Lösungen brauchen. Ein Positionsproblem durch eine Formänderung lösen zu wollen, führt dazu, dass mehr Zahnsubstanz abgetragen wird als nötig.
Ein Beispiel: Um einen zurückstehenden Frontzahn mit den anderen in eine Linie zu bringen, wird der Zahn entweder kieferorthopädisch nach vorn bewegt oder mit einer dicken Versorgung versehen. Bei der zweiten Option wird an der Vorderseite Substanz abgetragen, damit der Zahn nicht verdickt wirkt – doch ein ohnehin zurückstehender Zahn hat nichts übrig. Am Ende kann man dem lebenden Gewebe sehr nahe kommen.
Wann ist Kieferorthopädie unverzichtbar?
- Bei deutlichem Engstand oder Fehlstellungen der Zähne
- Bei Bissproblemen; Versorgungen wären ungleichmäßig belastet
- Wenn der Zahnfleischverlauf wegen der vertikalen Zahnstellung unregelmäßig ist
- Wenn Lücken zu breit sind, um sie restaurativ zu schließen
- Wenn neben einer Lücke Nachbarzähne gekippt oder der Gegenzahn herausgewachsen ist
Wann reicht Kieferorthopädie nicht aus?
Kieferorthopädie bewegt Zähne, stellt aber weder ihre Farbe noch ihre Form oder verlorene Substanz wieder her. Abgenutzte Schneidekanten, dauerhafte Verfärbungen, abgebrochene Zähne und Größenunterschiede erfordern einen restaurativen Ansatz. In manchen Fällen ergänzen sich daher beide Bereiche: Die Kieferorthopädie bereitet die Grundlage vor, die restaurative Behandlung vollendet.
Die richtige Reihenfolge
Bei kombinierten Plänen beeinflusst die Reihenfolge das Ergebnis direkt:
1. Mundgesundheit
Karies- und Zahnfleischbehandlungen werden abgeschlossen.
2. Kieferorthopädische Ausrichtung
Zähne und Biss werden in die richtige Position gebracht.
3. Korrektur des Zahnfleischverlaufs
Bei Bedarf wird der Verlauf angepasst und die Heilung abgewartet.
4. Bleaching
Die Zielfarbe wird festgelegt und ihre Stabilisierung abgewartet.
5. Restaurative Behandlungen
Komposit, Veneers oder Kronen werden eingegliedert.
6. Retention
Das kieferorthopädische Ergebnis wird gesichert.
Das Bleaching muss zwingend vor den Versorgungen erfolgen, denn Keramik und Komposit reagieren nicht auf Bleaching. Wird die Reihenfolge nicht eingehalten, entsteht ein dauerhafter Farbunterschied.
Lückenmanagement in der Kieferorthopädie
In manchen Fällen ist das Ziel der Kieferorthopädie nicht, eine Lücke zu schließen, sondern Platz an der richtigen Stelle und in der richtigen Größe zu lassen. Bei einem Patienten mit angeboren fehlendem seitlichen Schneidezahn muss ein Raum in geeigneter Breite für ein Implantat geschaffen werden. Ist dieser zu schmal oder zu breit, wirkt die spätere Versorgung unproportioniert. Deshalb müssen Kieferorthopäde und restaurativ tätiger Zahnarzt am selben Plan arbeiten.
Kieferorthopädie für den Zahnfleischverlauf
Ein wenig bekannter Einsatzbereich. Weicht der Zahnfleischrand eines Zahns von den Nachbarn ab, liegt das manchmal an der vertikalen Position des Zahns. Wird der Zahn kieferorthopädisch nach unten oder oben bewegt, wandert das Zahnfleisch mit. So lässt sich der Verlauf ohne chirurgischen Eingriff korrigieren.
Ein Sonderfall: abgenutzte Zähne
Bei Patienten, deren Frontzähne durch Zähnepressen kürzer geworden sind, reicht eine reine Versorgung oft nicht aus. Um die verlorene Länge zurückzugewinnen, braucht es vertikalen Raum zwischen den Zähnen; fehlt dieser, wird die Versorgung entweder zu dünn oder belastet den Biss. In solchen Fällen schafft eine kieferorthopädische Positionierung der Zähne Platz für die restaurative Arbeit. Andernfalls können die Versorgungen bald brechen.
Die Sorge um die Dauer
Viele Patienten sehen die kieferorthopädische Phase als unnötige Verzögerung und wünschen sich direkt Versorgungen. Wir respektieren diese Entscheidung, besprechen aber offen die Folgen: Versorgungen ohne Korrektur der Position können mehr Verlust an Zahnsubstanz bedeuten und langfristig Erneuerungen nötig machen. Die Entscheidung liegt bei Ihnen – sie sollte aber informiert getroffen werden.
Häufig gestellte Fragen
In manchen Fällen ist das möglich, erfordert aber eventuell mehr Abtrag von Zahnsubstanz. Eine Beurteilung wird empfohlen.
Nein. In vielen Fällen ist nach der Zahnkorrektur kein weiterer Eingriff nötig.
Für die Heilung des Zahnfleischs und die Stabilisierung kann eine kurze Wartezeit eingeplant werden.
Gekippte Nachbarzähne und ein verlängerter Gegenzahn können den Platz für das Implantat einengen.
Es können verschiedene Zahnärzte beteiligt sein; wichtig ist, dass alle nach demselben Plan arbeiten.
Ein ästhetisches Ergebnis entsteht in der richtigen Reihenfolge.
Lassen Sie uns ganzheitlich beurteilen, welche Schritte in Ihrem Fall nötig sind. Kontaktieren Sie uns für einen Termin und erstellen wir Ihren Plan gemeinsam in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Behandlungsplan und Reihenfolge legt Ihr Zahnarzt nach der klinischen Beurteilung fest.


