Patienten mit vielen Kronen, Metallfüllungen oder Implantaten fragen vor der Aufnahme häufig: „Wird mein Bild überhaupt scharf?“ Hintergrund sind die Überstrahlungen und Streifen, die Metallstrukturen im DVT-Bild verursachen. Dieser als DVT-Artefakt bezeichnete Effekt ist kein echter Krankheitsbefund, sondern entsteht durch die Physik der Bildgebung. In der DijiDent Zahnklinik in Istanbul passen wir das Aufnahmeprotokoll individuell an, um diesen Effekt zu verringern.
Wie entstehen Artefakte?
Ein DVT-Gerät erzeugt das Bild, indem es misst, wie stark die Strahlung beim Durchgang durch das Gewebe abgeschwächt wird. Metall absorbiert die Strahlung viel stärker als das umliegende Gewebe. Bei der Verarbeitung dieser starken Absorption erzeugt die Software dunkle und helle Streifen rund um das Metall. Dieser Effekt – sichtbar als sternförmig ausstrahlende Linien, Verdunkelungen oder Überstrahlungen – kann die Beurteilung des benachbarten Bereichs erschweren.
Welche Materialien wirken sich stärker aus?
- Amalgamfüllungen: Können wegen ihres hohen Metallanteils deutliche Effekte verursachen.
- Metallgestützte Kronen und Brücken: Vor allem bei großen Brücken verstärkt sich der Effekt.
- Implantate: Um die Titanstruktur kann eine begrenzte Überstrahlung auftreten.
- Kieferorthopädische Brackets und Drähte: Wirken sich aus, wenn sie im Aufnahmebereich liegen.
- Wurzelfüllmaterialien und Stifte: Können die Beurteilung des Bereichs um die Wurzel erschweren.
Versorgungen aus Zirkon und Vollkeramik verursachen dagegen in der Regel weniger Artefakte als metallgestützte.
Verhindern Artefakte die Diagnose?
In den meisten Fällen nicht. Der Effekt konzentriert sich direkt um das Metall; Strukturen in wenigen Millimetern Entfernung lassen sich in der Regel beurteilen. Bei einem Patienten mit Kronen im Seitenzahnbereich kann zum Beispiel die Knochenmessung an einer anderen, für ein Implantat vorgesehenen Stelle problemlos erfolgen. Problematisch wird es, wenn das Artefakt genau den Bereich überlagert, der untersucht werden soll.
Wie unterscheidet man Artefakt und echten Befund?
Für einen erfahrenen Behandler ist diese Unterscheidung meist nicht schwer. Artefakte folgen einem bestimmten Muster: Sie strahlen vom Metall aus, ändern in benachbarten Schichten ihre Richtung und halten sich nicht an anatomische Grenzen. Ein echter krankhafter Befund steht dagegen in Beziehung zur Anatomie, ist in benachbarten Schichten konsistent sichtbar und hat definierbare Grenzen. Bleibt ein Zweifel, kann Ihr Zahnarzt eine ergänzende Aufnahme wie einen Zahnfilm anfordern oder die klinischen Befunde als maßgeblich betrachten.
Was wird getan, um den Effekt zu verringern?
In unserer Klinik wenden wir folgende Maßnahmen an:
- Verkleinerung des Aufnahmebereichs: Kann der metallreiche Bereich ausgespart werden, sinkt der Effekt.
- Anpassung des Aufnahmewinkels: Durch Veränderung der Kopfposition wird versucht zu vermeiden, dass Streifen den relevanten Bereich überlagern.
- Wahl von Auflösung und Protokoll: Die Geräteeinstellungen werden an den Fall angepasst.
- Algorithmen zur Artefaktreduktion: Die in vielen modernen Geräten vorhandene Softwareunterstützung wird genutzt.
- Ablegen entfernbarer Metallteile: Herausnehmbarer Zahnersatz und Accessoires werden vor der Aufnahme abgelegt.
- Ergänzende Bildgebung: Bei Bedarf wird die Information durch ein zusätzliches Verfahren wie einen Zahnfilm ergänzt.
Was ändert sich in der Planungsphase?
Werden Artefakte erwartet, plant Ihr Zahnarzt die Aufnahme von vornherein entsprechend. Liegt der geplante Implantatbereich beispielsweise direkt neben einer metallreichen Brücke, kann der Aufnahmebereich verschoben oder die Aufnahme durch ein ergänzendes Verfahren unterstützt werden, statt sie mit zwei verschiedenen Protokollen zu wiederholen. Diese Vorabbeurteilung macht eine zweite Aufnahme weitgehend überflüssig.
Muss ich meine Füllungen austauschen lassen?
Nein. Eine intakte Versorgung nur wegen der Bildqualität auszutauschen, wird nicht empfohlen. Das wäre ein unnötiger Eingriff und würde zu zusätzlichem Verlust an Zahnsubstanz führen. Ein Austausch kommt nur infrage, wenn es dafür einen eigenen klinischen Grund gibt.
Häufig gestellte Fragen
Ja. Auch wenn ein Artefakteffekt besteht, ist in den meisten Fällen eine Beurteilung möglich. Das Protokoll wird entsprechend angepasst.
Unnötige Wiederholungen werden vermieden. Zunächst wird die vorhandene Aufnahme beurteilt; ist ein kritischer Bereich jedoch nicht auswertbar, kann ein anderes Vorgehen geplant werden.
Bei einer erfahrenen Beurteilung wird ein Artefakt von einem echten Befund unterschieden. Im Zweifelsfall kann eine zusätzliche Untersuchung angefordert werden.
Um das vorhandene Implantat herum kann ein begrenzter Effekt auftreten. Die Beurteilung anderer Bereiche ist in der Regel nicht beeinträchtigt.
Feste Zahnspangen werden nicht entfernt. Aufnahmebereich und Protokoll werden entsprechend geplant.
Die Restaurationen in Ihrem Mund sind kein Hindernis für eine genaue Diagnose.
Kontaktieren Sie uns für einen Termin, damit Ihr Bedarf an Bildgebung beurteilt und das für Sie passende Protokoll festgelegt wird. Planen wir den Ablauf ohne unnötige Wiederholungen in der DijiDent Mund- und Zahngesundheitspoliklinik.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Aufnahmeprotokoll und Beurteilung legt Ihr Zahnarzt je nach klinischer Situation fest.


